Das Ende der Massenbasis für CCOO und UGT in Spanien

In Spanien arbeiteten 1975 noch 36% bis 40% der Erwerbstätigen in Industrie und Bau. Dieses Fundament für die Gewerkschaften existiert heute nicht mehr.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der von den spanischen Gewerkschaften Comisiones Obreras (CCOO) und Unión General de Trabajadores (UGT) geerbte Massen-Syndikalismus basierte auf einer Arbeitswelt, in der 1975 rund 36-40% der Erwerbstätigen in Industrie und Bau beschäftigt waren. Mit dem Zusammenbruch dieser Basis steht ihr Repräsentationsmodell vor einem strukturellen Problem.

Das Foto des Streiks in **Vigo** im Jahr **1972** zeigt Tausende von Industriearbeitern, die sich mitten in der Diktatur organisierten. Diese Welt war das soziale Fundament, auf dem **CCOO** und **UGT** in den letzten Jahren des Franquismus aufgebaut wurden.

## Ein Land voller Fabriken, das es so nicht mehr gibt
Als **Francisco Franco** im November **1975** starb, arbeitete etwa **36%** der spanischen Erwerbsbevölkerung im Industriesektor: Fabriken, Werkstätten, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe. Inklusive des Bausektors konzentrierte der sekundäre Sektor damals zwischen **38% und 40%** der nationalen Arbeitskraft.

In einigen Provinzen lag dieser Anteil nahe bei **60%**. Es waren Gebiete, in denen die Fabrik das gesamte Leben bestimmte: das Viertel, die Gewerkschaft, der Streik. Der Streik in Vigo von **1972** war möglich, weil diese konzentrierte Arbeitermasse existierte, die in der Lage war, die Produktion lahmzulegen und sich selbst innerhalb des Regimes neu zu organisieren.

## Die soziale Basis, die die Gewerkschaften trug
Die großen spanischen Gewerkschaften wuchsen im Umfeld dieser industriellen Welt. Ihre Stärke kam aus den Zahlen: Mitglieder in Großfabriken, starke gewerkschaftliche Sektionen und die Fähigkeit, Streiks zu organisieren, die wirtschaftlich spürbar waren.

Heute sind diese Arbeitnehmer im Ruhestand. Die meisten Industrien, in denen sie gearbeitet haben, existieren nicht mehr. Die Beschäftigung hat sich in den Dienstleistungssektor verlagert, der oft prekär und fragmentiert ist, wo kollektive Organisation viel schwieriger ist.

## Das Problem, die neuen Arbeitnehmer zu organisieren
Die Fragmentierung der heutigen Beschäftigung erschwert die gewerkschaftliche Arbeit. Plattformarbeiter, Zeitarbeiter, Subunternehmer oder Migranten in verstreuten Sektoren teilen keinen festen Arbeitsplatz und keine stabile berufliche Identität.

Ein Teil der öffentlichen Debatte behauptet, dass diese Gruppen sich nicht organisieren wollen und dass die etablierten Gewerkschaften darauf verzichtet haben, sie zu vertreten, und sich nur noch um die Verwaltung des Bestehenden kümmern. Dies ist eine umstrittene Meinung, kein bewiesener Fakt.

Die grundlegende Frage bleibt dieselbe: Welches Modell der arbeitsrechtlichen Vertretung passt zu einer Wirtschaft, die der von **1975** nicht mehr ähnelt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

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