Chinas Basare schließen: Temu und Mieten drücken

Schließungen chinesischer Großbasare in Spanien nehmen zu. Temu, Transportkosten und der digitale Euro untergraben ein jahrzehntealtes Geschäftsmodell.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Chinas Basare schließen: Temu und Mieten drücken
Chinas Basare schließen: Weder Temu noch die Mieten halten

Die Schließung eines riesigen chinesischen Basars in Málaga ist kein Einzelfall: In den letzten Monaten häufen sich die Schließungen von Basaren und Restaurants, die von chinesischen Händlern in ganz Spanien betrieben werden. Das Muster wiederholt sich mit einer beunruhigenden Synchronität. Es ist keine langsame Insolvenz, es ist ein Abschalten: Geschäfte, die jahrzehntelang offen waren, liquidieren ihre Lagerbestände zu Schleuderpreisen und rollen innerhalb weniger Wochen die Rollläden herunter. Die Frage lautet nicht mehr, ob das Modell profitabel war, sondern warum es gleichzeitig an so vielen Orten zusammenbricht.

Die Marge, die Temu auffraß

Die bodenständigste Erklärung liefert jemand, der das Geschäft von innen kennt. Ein Händler, der bei den chinesischen Großhändlern in Badalona einkaufte, beschreibt die Abfolge: 2022 kaufte er kistenweise ein; 2023 stiegen die Preise und die Verkaufsbedingungen wurden härter; 2024, bereits als Selbstständiger registriert, kauft er kaum noch etwas, weil ihm Pepco, Action oder Tedi günstiger kommen als der Großhändler selbst. Wenn sich das für den Großhändler nicht rechnet, stellen Sie sich vor, wie es dem Basar geht, der auf diesen Preis einen Aufschlag von x2 legt.

Hinzu kommt der Transport. Die Kosten für Container haben sich seit der Pandemie verdoppelt, wie mehrere Analysen übereinstimmend feststellen, und der Online-Verkauf über Temu und AliExpress hat die Marge des kleinen Einzelhandels zunichte gemacht. Der Basar ist kein Gelegenheitsgeschäft mehr: Er ist ein Lager mit hoher Miete und Kundschaft, die nur noch hereinschaut, um Geburtstagskerzen oder ein Paar Batterien zu kaufen.

Der digitale Euro und das Ende des anonymen Geldes

Eine zweite Analyseebene zielt höher hinaus. Die Einführung des digitalen Euros und die verschärfte Kontrolle von Banktransaktionen würden die Spielregeln für ein Geschäftsmodell ändern, das an Bargeld gewöhnt ist. Es wird argumentiert, dass viele dieser Betriebe mit Geldströmen operierten, die schwer zu rechtfertigen waren, und dass das neue steuerliche Umfeld ihnen keinen Handlungsspielraum mehr lässt.

Das kursierende Zeugnis ist beredt: Ein Filialleiter, der 5.000 Euro in einem Gürtel unter der Kleidung trug. Mit dem digitalen Euro hört dieses Geld auf, anonym zu sein, und wird von einem Computer der EZB protokolliert. Für jemanden, der mit Bargeld hantierte, ist diese Änderung nicht bloß kosmetisch.

Die Hypothese der mafiösen Struktur

Die Geschwindigkeit des Prozesses hat eine andere Lesart genährt: dass wir es nicht mit unabhängigen Unternehmern zu tun haben, die in Rente gehen, sondern mit Angestellten größerer Strukturen, die den Befehl zum Abbau erhalten. Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass die wahren Eigentümer Dutzender Geschäfte zwei oder drei Köpfe wären, die die Entscheidung koordiniert getroffen hätten. Die Gleichzeitigkeit der Schließungen passt besser zu einem Befehl als zu einer Pleite.

Im Diskurs taucht auch der Vergleich mit Russland vor der Invasion der Ukraine auf: Als der Kreml beschloss, Russen aus dem Ausland mit Steuervorteilen anzulocken, verlief die Bewegung ebenfalls schnell und koordiniert. Das ist kein Beweis, aber das Muster wiederholt sich.

Warum gehen sie jetzt und nicht schon vor zwei Jahren?

Weil drei Druckfaktoren gleichzeitig zusammentreffen: die Transportkosten, die Konkurrenz durch Online-Plattformen und die Eindämmung des Bargelds. Jeder dieser Faktoren allein wäre tragbar. Alle drei zusammen machen den Basar zu einem geschäftlichen Sackgasse.

Manche nennen einen vierten Faktor: die Miete. Die Preise für Gewerbeimmobilien bleiben hoch, und der chinesische Händler hat im Gegensatz zu anderen keine emotionale Bindung an das Viertel. Wenn die Rechnung nicht aufgeht, zieht er um oder geht weg. Und einige sind hier seit mehr als 30 Jahren tätig, was das Ausmaß des Wandels verdeutlicht.

Auch das Restaurant schließt

Es sind nicht nur Basare. Ein Stammkunde eines chinesischen Stadtteilrestaurants berichtet, dass auch dessen Besitzer nach drei Jahrzehnten Betrieb abwandern. Ihr Argument: In ihrem Land lebt man mittlerweile einfach besser. Dieser Satz fasst den Umschwung zusammen. Spanien ist in ihrer Wahrnehmung vom Land der Chancen zum Land des Abschieds geworden.

Das Phänomen hat eine unbequeme Lesart für die offizielle Erzählung: Wenn das widerstandsfähigste Humankapital mit den geringsten Fixkosten geht, liegt das nicht an einer schlechten Phase. Es liegt daran, dass das gesamte Modell nicht mehr funktioniert.

Wie viele Basare müssen noch schließen, bis jemand fragt, was wirklich passiert?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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