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Ceuta am Scheideweg: Verteidigen oder aufgeben?
Eine Umfrage zur Verteidigung Ceutas gegenüber Marokko zeigt eine ablehnende Mehrheit: Die Bereitschaft zur Mobilisierung liegt bei 1 oder sogar 0.
Spanien ist nicht bereit, Ceuta zu verteidigen. Oder zumindest lässt die öffentliche Debatte, die durch den Druck auf die Autonome Stadt entstanden ist, diesen unbequemen Schluss zu. Eine spontane Umfrage zur Bereitschaft, sich im Falle eines hypothetischen marokkanischen Vormarsches zu mobilisieren (auf einer Skala von 1 bis 10), ergab eine Mehrheit, die sich bei 1 einordnet oder sogar die 0 fordert. „Die 1 gewinnt haushoch“, fasst einer der am häufigsten zitierten Kommentare zusammen. Die Heldenverehrung der Tercios, der Regulares oder der COE taucht in einigen Nachrichten auf, aber der dominierende Ton ist der von Menschen, die nicht mehr glauben, dass es sich lohnt.
Die Skala begann, in einer ironischen Wendung der Debatte, bei 1, weil der Ersteller die 0 mit dem Abstimmungstool nicht festlegen konnte. Die erste Antwort war genau das: „Gibt es keine Null?“. Von da an spaltete sich die Diskussion zwischen denen, die behaupten, dass Spanien die Gebiete um jeden Preis verteidigen muss, und denen, die der Meinung sind, dass das Land nichts mehr zu verteidigen hat.
Die Ablehnung der Mobilisierung ist nicht nur Faulheit
Das am häufigsten genannte Argument für die Null ist nicht die Angst vor einem Konflikt, sondern die Entfremdung von den Institutionen. Die Regierung, das Supreme Court (Oberster Gerichtshof) und die Krone selbst werden als Teil eines Systems genannt, das Ceuta „sich selbst überlassen“ und mit „viel zu wenigen Kräften“ zurückgelassen habe. In diesem Kontext erscheint persönliches Opfer sinnlos: „Wenn Marokko uns einfallen soll, dann sollen sie es wenigstens richtig machen“, ironisiert eine Position, die einen Regierungswechsel einem Verbleib im aktuellen politischen Rahmen vorzieht.
Es gibt auch eine generationelle und wirtschaftliche Komponente. Die Beschwerde über die Kraftstoffpreise zeigt eine alltägliche Unzufriedenheit, die jedes kollektive Projekt untergräbt. Wer kaum über die Runden kommt, empfindet die Nationalhymne als bloße Propaganda. Und wer an die Zukunft denkt, verweist auf den Mangel an Anreizen zur Familiengründung: „Spanien bietet nichts für einen heterosenshetero Mann, der von vorne anfangen will“, wird als demografisches Klagen angeführt.
Heldenepos trifft auf Tastaturkrieger
Dennoch gibt es eine mobilisierende Strömung, die nicht unbedeutend ist. Ein ehemaliger Berufssoldat stellt seine Unterstützung unter Bedingungen: eine 0, wenn die „Parasiten des Kongresses“ (das spanische Parlament) an der Macht bleiben, und eine 9, wenn die Operation von den Generälen der Tercios, der COE und der Regulares geleitet wird, unter Ausschluss „des Bourbonen“. Andere reduzieren die gesamte Frage auf die Verteidigung der eigenen Stadt: „Ich werde nicht hunderte Kilometer weit reisen, wenn es Moscheen in meiner eigenen Straße gibt“, argumentiert jemand, der lieber sein unmittelbares Umfeld schützen möchte.
Die physische Distanz ist ein weiterer Faktor. Ceuta und Melilla werden als fernes Problem wahrgenommen, als eine „letzte Grenze“ zwischen Zivilisationen, ähnlich wie Osgiliath in Gondor, aber mit der Truppenlogistik, die dies erfordert. Die Ironie ist, dass genau jene, die von den Politikern fordern, vom Sofa aufzustehen und ein Beispiel zu geben, oft diejenigen sind, die Internet-Helden anfeuern, sich aber selbst nicht in der Straße von Gibraltar sehen.
Der Point of no Return, den niemand aussprechen will
Die Debatte beginnt mit einem Titel, der nicht täuscht: „Point of no return“ (Punkt ohne Wiederkehr), und das ist der wahre Hintergrund: das Gefühl, dass der nationale Konsens über Ceuta und Melilla grundlegend zerbrochen ist. Das Misstrauen gegenüber den Führungspersönlichkeiten ist so tief, dass für einen Teil der Analyse der wahre Feind nicht in Rabat liegt, sondern innerhalb der Institutionen. „Der Hauptfeind ist im Inneren“, wird wie ein Mantra wiederholt. Diese Diagnose, ob nun richtig oder falsch, erklärt, warum die Frage nach der Verteidigung der Stadt mit einer anderen Frage beantwortet wird: Für wen verteidigen wir sie?
Die Frage bleibt im Raum stehen: Wenn die Entfremdung weiter wächst, könnte die nächste Krise in Nordafrika auf eine Gesellschaft treffen, die lieber wegsieht. Das Heldenepos wurde den Geschichtsbüchern und den sozialen Medien überlassen. Die Zukunft von Ceuta scheint zum jetzigen Zeitpunkt weniger vom Willen zur Verteidigung abzuhängen als von der Fähigkeit, ein gemeinsames Projekt wiederaufzubauen, das die Stadt verteidigungswürdig macht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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