Celeste-Tel-Umfrage: PP nahe der Mehrheit, PSOE hält stand
Die Volkspartei (PP) würde die Parlamentswahlen mit 35,5 % der Stimmen und 158 Sitzen gewinnen, laut einer von Onda Cero veröffentlichten Umfrage von Celeste-Tel. Die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens (PSOE) bliebe bei 29,6 % und 125 Abgeordneten, Vox bei 10,4 % und 22, sowie Sumar bei 7,0 % und 12. Umfragen verorten Se Acabó La Fiesta (SALF) und Podemos knapp über der Sperrklausel, mit 3,3 % bzw. 3,2 %, was ihnen jeweils zwei Sitze einbrächte. Die rechte Koalition verfehlt die absolute Mehrheit, kommt ihr aber nahe.
Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. In einem Klima des allgemeinen Skeptizismus gegenüber Umfragen erinnerten viele Leser an das Präzedenzfall vom 23. Februar, als der PP mehr als 150 Sitze zugeschrieben wurden, sie aber nur etwas über 130 erhielt. Die Zahl von 158 wird misstrauisch betrachtet: „Man müsste sie erst sehen“, kommentiert man. Im Gegensatz dazu wird die PSOE von mehreren Teilnehmern als solide Untergrenze wahrgenommen, die selbst dann nicht sinkt, wenn ihr Anführer in einen Skandal verwickelt ist. Vergleiche mit einer Sekte tauchen mehrfach auf: „Es ist keine Partei, es ist eine Sekte“, heißt es sogar.
Das d'Hondt-System und das Rätsel der Sitzverteilung
Einer der häufigsten Momente in der Debatte war die Verwirrung über die Umwandlung von Stimmen in Sitze. Ein Teilnehmer berechnete, dass wenn Vox’ 10,4 % 22 Sitzen entsprechen, die 29,6 % der PSOE etwa 62,6 Sitze ergeben sollten, nicht 125. Die Antwort kam schnell: Das d'Hondt-Verfahren ist nicht schuld, sondern das Wahlkreissystem. Die territoriale Verteilung der Stimmen begünstigt Parteien mit verstreuter Unterstützung und benachteiligt jene mit konzentrierter Wählerschaft. Es ist ein Mechanismus, der seit vierzig Jahren in Kraft ist und immer noch für Verwirrung sorgt.
Die Sitzverteilung offenbart auch die Fragmentierung der Stimmen. Die 3,3 % von SALF und die 3,2 % von Podemos führen zu je zwei Sitzen, was zeigt, dass das System die Konzentration der Stimmen in bestimmten Gebieten bevorzugt. Manche behaupten, diese zwei SALF-Sitze wären sechs weitere für Vox, wenn die Stimmen nicht gespalten würden. Die Überlegung zum taktischen Wahlverhalten schwebt über der gesamten Analyse.
Die PSOE als unerschütterliche Basis
Die Widerstandsfähigkeit der PSOE in den Umfragen ist eines der Phänomene, die die meisten Kommentare auslösen. Mit 29,6 % und 125 Sitzen hält die Partei einen harten Kern zusammen, der nicht bröckelt. „Die PSOE sinkt nicht einmal, wenn Sánchez öffentlich abscheuliche Taten begeht“, wird in der Debatte schonungslos festgestellt. Die Übertreibung dient dazu, die Loyalität einer Wählerschaft zu unterstreichen, die laut mehreren Analysen eher auf Identität als auf Regierungsleistung reagiert.
Der Vergleich mit einer Sekte wiederholt sich. „Es ist keine Partei, es ist eine Sekte“, lautet das Urteil. Andere differenzieren, dass die PSOE „Spanien“ sei, sein Wesen, und den aktuellen Durchschnittsbürger repräsentiere: „niederträchtig, träge, spalterisch, heuchlerisch, nutzlos, faul, unmoralisch“. Die Härte des Urteils hindert nicht daran anzuerkennen, dass die Partei eine solide Wahlbasis hat, die höher ist als in anderen Umfragen angegeben.
Spaltung der Rechten und der Alvise-Effekt
Der Aufstieg von SALF mit 3,3 % und zwei Sitzen bringt eine neue Variable ins Spiel. Manche berechnen, dass diese zwei Sitze sechs weitere für Vox wären, wenn die Stimmen nicht geteilt würden. Die Fragmentierung des rechten Spektrums wird als Hindernis für die Erlangung der absoluten Mehrheit gesehen. Die Summe von PP und Vox liegt bei 180 Sitzen, zwölf unter der absoluten Mehrheit von 176.
Der Stimmübertrag von PSOE und Podemos zu SALF ist ein weiteres diskutiertes Phänomen. „Alvise nimmt Stimmen von PSOE und Podemos weg“, wird beobachtet. Die Umfrage zeigt, dass Alvises Partei in beiden Lagern fischt, was das Panorama für die Linke weiter erschwert. Die Stimmenspaltung betrifft nicht nur die Rechte.
Umfragen zählen nicht, werden aber beachtet
Trotz des Skeptizismus wird die Umfrage genau analysiert. „Umfragen sind egal, und auch was der Pöbel wählt. Hier entscheidet Indra“, wird ironisch behauptet. Der Verweis auf das Technologieunternehmen, das die Auszählung verwaltet, ist eine Art, Misstrauen gegenüber dem System auszudrücken. Andere erinnern daran, dass bei den Wahlen vom 23. Februar die Umfragen der PP über 150 Sitze gaben, sie aber nur etwas über 130 erhielten, und ähnlich bei Vox: „aufgeblasen und dann der Absturz“.
Das Wahlgesetz steht wieder im Fokus. „Gesetz nach dem Motto: Egal wen du wählst“, wird zusammengefasst. Der Wahlkreis als Zuteilungseinheit erzeugt Verzerrungen, die Parteien mit ländlichen Stimmen begünstigen und städtische bestrafen. Es ist eine wiederkehrende Debatte, die bei jeder Wahl neu aufflammt.
Wählen als Werkzeug und als Falle
Die Diskussion wandte sich der Bedeutung des Wählens zu. „Wie kann man das wählen?“, fragt man. Die Antwort ist eine Verteidigung des taktischen Wahlverhaltens: „Wenn du nicht wählst, wählen andere für dich.“ Enthaltung wird als Übergabe der Macht an jene gesehen, die wählen. Andere entgegnen, dass Wählen in einem solchen System wie ein Schuss ins eigene Bein sei. Der Austausch spiegelt eine reale Spannung zwischen Teilnahme und Ablehnung des Systems wider.
Vergleiche mit Venezuela und El Salvador tauchen in der Debatte auf. Fälle von Spendensammelkampagnen, um „mit Dollar zu wählen“, wie die von Erik Prince geförderte, werden zitiert. Die Verbindung zu Spanien wird über die Idee hergestellt, dass rechte „Patrioten“ eigentlich „kolonialistische Parasiten“ seien. Es ist ein verschwörungstheoretischer Twist, der zwar minoritär ist, aber zum Klima des Misstrauens gehört.
Enthaltung und versteckte Stimmen
Die Enthaltung ist ein weiterer analysierter Faktor. „Die Mitglieder der PSOE-Sekte werden alle wählen“, wird behauptet. Differenzielle Mobilisierung ist entscheidend: Wenn die Linke geschlossen wählt und die Rechte sich spaltet, kann das Ergebnis variieren. Die versteckte Stimme, die in Umfragen nicht deklariert wird, ist eine Variable, die niemand präzise messen kann.
Die Schlussfolgerung ist, dass Umfragen eine Momentaufnahme sind, die sich ändern kann. Mit diesen Daten bleibt die Regierbarkeit ungewiss. Die Summe von PP und Vox reicht nicht aus, und die der Linken ebenfalls nicht. Die Prognose ist, dass Verhandlungen nötig sein werden und dass die zwei Sitze von SALF oder Podemos entscheidend sein könnten. Die spanische Politik betritt sumpfiges Terrain.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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