Broncano kritisiert wegen Abascal-Interview im TVE

Der TVE hatte Abascal seit dreieinhalb Jahren nicht interviewt. Kritiker fordern Einsicht in die Anordnung der Wahlbehörde.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Broncano kritisiert wegen Abascal-Interview im TVE
Broncano für Abascal-Einladung angegriffen

Im spanischen Medienökosystem gibt es eine ungeschriebene Regel: Ein Interview mit einem parlamentarisch vertretenen politischen Führer macht einen automatisch zu dessen Komplizen. Das neueste Opfer dieser Norm ist der Moderator von La Revuelta, der in sozialen Medien beschuldigt wird, den „Faschismus zu beschönigen“, weil er genau das tat, was der TVE laut Debattenmaterialien seit dreieinhalb Jahren nicht getan hatte: Santiago Abascal auf einer öffentlichen Bühne Platz nehmen lassen. Das zugrunde liegende Argument hat seine Ironie: Bleibt man im scherzhaften Ton, banalisiert man; ändert man ihn, bricht man die Neutralität. Kurz gesagt, jede Option ist schuldig.

Die Pflicht, die niemand erfüllen wollte

Das Detail, das zwischen all den Etiketten untergeht, ist, dass das Interview nicht aus einer Laune des Moderators entstand. Laut Debattenmaterialien hatte der TVE mehr als dreieinhalb Jahre lang keinen Kontakt zum Vox-Führer gehabt, und die Junta Electoral Central (Zentrale Wahlkommission) ordnete schließlich das Treffen an. Steuerzahler haben, so ein Teil der Analyse, das Recht, dieses Dokument einzusehen. Nicht die Schlagzeile, nicht die Zusammenfassung: das offizielle Schriftstück. Denn der Unterschied zwischen einer gesetzlichen Verpflichtung und einer redaktionellen Entscheidung ist genau das, was Journalismus von Propaganda trennt.

Hier liegt der Knackpunkt. Wenn das Interview von einer Wahlbehörde auferlegt wird, hört der Moderator auf, für die Rahmung verantwortlich zu sein, und wird zum Vollstrecker einer Resolution. Ihm den Ton vorzuwerfen, ist wie dem Briefträger den Inhalt des Briefes vorzuwerfen.

Ton als variables Verbrechen

Der Vorwurf hat zwei Zweige, und beide widersprechen sich. Der eine behauptet, dass die entspannte Atmosphäre, das engagierte Publikum und die Witze den Faschismus in ein freundliches Format verwandeln. Der andere warnt davor, dass eine Änderung des Registers für einen bestimmten Kandidat die Anforderung einer gleichwertigen Behandlung im Vergleich zu anderen Führern verletzt. Gleichzeitig angewendet, lassen sie keinen Ausweg: Die gleiche Sendung ist schuldig für das, was sie tut, und für das, was sie tun könnte.

Das Muster ist nicht neu. Das Faschisten-Etikett funktioniert wie eine knappe Ressource, die innerhalb des eigenen Lagers verteilt wird: Je näher man sich dem Zentrum bewegt, desto leichter fällt es auf einen zurück. Die Entfernung zwischen pogre und faschistisch bemisst sich manchmal in Jahrzehnten. Manchmal auch in vierundzwanzig Stunden.

Vom Studio ins Strafgesetzbuch

Das Niveau der Diskussion stieg mehrere Stufen, als jemand vorschlug, Wähler einer legalen Partei physisch zu markieren, damit andere sie identifizieren könnten. Der historische Vergleich ergibt sich von selbst und bedarf keiner weiteren Ausführung. Es genügt festzustellen, dass solche Ideen, geäußert in einem Forum, das Klima besser beschreiben als jeder Leitartikel.

Parallel dazu driftete die Diskussion hin zum US-Kalender und zu internen Kämpfen innerhalb der Vox, wo andere Parteiführer vermisst werden. Politik als Ersatzspektakel: Wenn der Gast wenig hergibt, diskutiert man über jene, die gegangen sind.

Was noch zu sehen bleibt

Die Frage, die über allem schwebt, ist nicht, ob Abascal auf dieser Bühne hätte sitzen sollen, sondern wer entscheidet, was ein schlechtes Interview ist. Wenn die Antwort von einer Wahlbehörde kommt, ist die Debatte über den Ton überflüssig. Wenn sie vom Moderator kommt, dann ist das Problem nicht der Gast, sondern das Kriterium. Und dieses Kriterium hat bisher niemand veröffentlicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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