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Breivik erhielt im Gefängnis Fanpost von Bewunderinnen: Hybristophilie
Breivik tötete 77 Menschen und hatte nie eine Partnerin. Jahre später erhielt er im Gefängnis Briefe von Bewunderinnen: So funktioniert die Hybristophilie.
Breivik hatte nie Erfolg bei Frauen; im Gefängnis erhielt er Briefe von Bewunderinnen
Anders Behring Breivik tötete im Juli 2011 77 Menschen und hatte zuvor nie eine feste Beziehung geführt. Freunde und Bekannte erzählten es vor Gericht: gescheiterte Beziehungen zu Frauen, Jahre sozialer Isolation, ganze Tage vor Videospielen. Er lebte allein. Er war kein Schönling, kein Anführer, kein charismatischer Typ. Er war ein Mann, der nirgends richtig hineingepasst hatte. Und trotzdem begann er Jahre später, während er seine Strafe verbüßte, Briefe von Bewunderinnen zu erhalten.
Das ist der Kern der Sache: die Hybristophilie, die sens oder emotionale Anziehung zu Menschen, die schwere Verbrechen begangen haben. Es ist kein neues Phänomen und keines, das auf diesen Fall beschränkt ist. Aber jedes Mal, wenn ein Fall auftaucht, kehrt die öffentliche Diskussion an dieselbe unbequeme Stelle zurück.
Was ist Hybristophilie und warum taucht sie in medial viel beachteten Fällen auf?
Die Hybristophilie beschreibt das Muster, bei dem sich eine Person zu verurteilten Straftätern hingezogen fühlt, insbesondere zu Tätern Gewaltverbrechen mit großer medialer Aufmerksamkeit. Die Sozialforscher, die Breiviks Umfeld untersuchten, beschrieben einen sozial isolierten Mann ohne feste Partnerin und mit Distanz zu seinem Umfeld. Der Kontrast zwischen diesem Profil und der Flut an nachfolgender Korrespondenz ist es, was verstört.
Manche argumentieren, der Schlüssel liege nicht im Verbrechen, sondern in der Macht: die Fähigkeit zu dominieren, sich durchzusetzen, nicht um Erlaubnis zu bitten. Nach dieser Lesart ginge die Anziehung nicht auf den Mord an sich, sondern auf die Figur zurück, die absolute Kontrolle über andere ausübt. Andere Analysen verweisen auf Komponenten von Bekanntheit, morbider Neugier und Zugang zu einer medialen Figur, die auf normalem Weg unerreichbar ist.
Die Diskussion erstreckt sich auch auf die Frage, ob das Phänomen bei homosenshomo Männern auftritt, ein Bereich, in dem das verfügbare Material praktisch anekdotisch ist und ohne systematische Daten. Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine belastbaren Belege, um es zu behaupten oder zu bestreiten.
Der Fall des Katana-Mörders: Urteil, Familie und Leben danach
Der Katana-Mörder tötete seine Eltern und seine Schwester, die das Down-Syndrom hatte, und zerstückelte die Leichen. Er verbüßte seine Strafe. Er kam frei. Und heute ist er verheiratet, hat Kinder und einen festen Job, laut den Daten, die in dieser Diskussion kursieren. Seine Partnerin kannte die Taten.
Das ist die zweite Säule der Debatte: Es geht nicht nur um Briefe aus dem Gefängnis. Es geht um Menschen, die nach abscheulichen Verbrechen ein normales Leben mit Partnerin und Kindern aufbauen, und um die Menschen, die sich entscheiden, dieses Leben mit ihnen zu teilen. Die Frage, die über allem schwebt, hat keine einfache Antwort: Was genau wird in diesen Fällen eigentlich gewählt?
Das sich wiederholende Muster: Macht, Bekanntheit und der Effekt krimineller Berühmtheit
Die Liste der Fälle mit nachträglicher Korrespondenz oder Bewunderung ist lang. Charles Manson erhielt dauerhafte Aufmerksamkeit von Frauen, die Kontakt zu ihm wollten. Der Unabomber sagte, wie in diesem Kontext überliefert, sinngemäß, wäre er ein vorbildlicher Bürger geblieben, hätte niemand sein politisches Manifest gehört: Gewalt als Verstärker. Es ist dieselbe Logik, die aus einem Kriminellen eine mediale Figur macht.
Das Muster wiederholt sich auch im institutionellen Bereich. Eine Polizistin wurde tot aufgefunden, nachdem sie einem Häftling, in den sie sich verliebt hatte, zur Flucht verholfen hatte. Der Fall zeigt, wie weit die Hybristophilie gehen kann, wenn die betroffene Person direkten Zugang zum Kriminellen hat.
Die Diskussion driftet oft in Verallgemeinerungen darüber, was Frauen «wollen». Hier ist Vorsicht geboten: Die verfügbaren Belege sind Einzelfälle und Aussagen, kein universelles Gesetz über weibliches Begehren. Anekdoten zur Norm zu erheben, ist der häufigste Fehler in dieser Debatte.
Die Zahl, die verstört
Breivik hatte weder Partnerin noch Beziehung, als er 77 Menschen tötete. Jahre später erhielt er im Gefängnis Briefe von Bewunderinnen. Wenn der Markt des Begehrens so funktionieren würde, wie es die offizielle Erzählung behauptet, hätte dieser Mann nicht einmal eine Postkarte erhalten dürfen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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