Boa constrictor lässt Dompteur mitten im Zirkus ohnmächtig werden
Eine Boa constrictor muss nicht beißen, um zu töten: Es reicht, wenn sie zudrückt. Die Bilder, die erneut kursieren, zeigen das Tier, das sich während einer Zirkusnummer um den Hals seines Dompteurs windet, und innerhalb weniger Sekunden bricht der Mann auf der Manege zusammen, ohne dass jemand aus dem Publikum aufsteht. Was danach folgte, ist nicht bestätigt. Medien in Dagestan berichteten, dass der Dompteur gestorben sei; die Polizei der Region dementierte dies mit einer schwer zu übertreffenden bürokratischen Kälte: „Das ist bei uns nie passiert. Wir weisen diesen Vorfall zurück.“
Was geschah zwischen der Boa und ihrem Dompteur?
Der Vorfall soll sich in einem Zirkus in Dagestan ereignet haben, wobei eine der veröffentlichten Versionen ihn in Machatschkala, der Hauptstadt der Region, verortet. Die am häufigsten wiederholte Rekonstruktion beschreibt einen Unfall: Die Schlange rollt sich ein, der Dompteur reagiert nicht rechtzeitig und fällt. Lokale Medien gingen vom Tod aus. Die regionale Polizei registrierte keinen solchen Zwischenfall und versuchte laut denselben Quellen, die Sequenz zu überprüfen, als das Video bereits seit einiger Zeit im Umlauf war.
Das Alter des Materials – es wird auf 2019 datiert – erschwert jede Überprüfung. Die Polizei beschränkt sich darauf zu sagen, dass sie „glauben möchten, dass der junge Mann rechtzeitig Hilfe erhielt und überlebte“. Keine Leiche, kein Verletzungsbericht, keine Klärung: nur ein Video, viele Kopien und ein ungewisses Ende.
Wie lange braucht eine Boa, um ihre Beute ohnmächtig zu machen?
Die Physiologie des Würgegriffs ist viel besser dokumentiert als der Fall selbst. Eine Studie, die in The Journal of Experimental Biology veröffentlicht wurde, maß, was im Inneren der Beute geschieht: Den Versuchsmäusen wurden Elektroden und Katheter angelegt, und ihr Blutdruck sowie ihre Herzfrequenz wurden vor und nach dem Angriff aufgezeichnet. Das Ergebnis ist brutal und extrem schnell. Nur sechs Sekunden später fiel der Blutdruck ins Bodenlose.
Es ist keine Erstickung, sondern Durchblutung. Die Konstriktion verschließt die Arterien, unterbricht den Fluss zum Gehirn und bringt das Opfer in Ohnmacht, bevor der Sauerstoffmangel seine Wirkung entfalten kann. Praktisch ein klassischer „Mörder“. Hier löst sich die weit verbreitete Verwirrung auf: Das Gehirn schaltet nicht wegen Sauerstoffmangel ab, sondern wegen Blutleere. Wer Kontaktsport betreibt, erkennt es sofort: Ein gut platzierter Würger setzt den Gegner in zwei oder drei Sekunden außer Gefecht, schneller als ein Niesen.
Die widersprüchlichen Schätzungen – dreißig Sekunden für manche, fünf oder sieben für andere – messen unterschiedliche Dinge. Die Zeit bis zur Bewusstlosigkeit und die Zeit bis zum irreversiblen Schaden sind nicht dieselbe Uhr. Und manche behaupten, aufgrund der Erfahrung mit einer ein Meter langen Boa – nichts weiter als ein Jungtier –, dass diese bereits eine Kraft erzeugt, die ein menschlicher Arm nicht brechen kann, wenn das Tier es nicht will: Sie abzuwickeln ist wie der Versuch, Eisen aufzuschrauben, selbst zu dritt oder viert unmöglich.
Warum reagierte niemand im Publikum?
Das ist der Teil, der am meisten verstört. Vom Beginn der Aufnahme bis zum Ende behalten die Zuschauer dieselbe Haltung bei, unbeweglich, als wäre der Zusammenbruch Teil der Nummer.
Die Rettung hilft auch nicht. Auf den Bildern sieht man, wie Assistenten den Mann über die Manege schleifen, mit einer Nackenbewegung, die, da die Halswirbelsäule bereits kompromittiert ist, die Arbeit beenden könnte, die die Schlange begonnen hat. Hier spaltet sich die Diskussion: Manche behaupten, die Boa habe den Brustkorb gebrochen; andere sagen, sie habe einen Wirbel verschoben; die meisten meinen, dass allein die Unterbrechung der Durchblutung ausreicht. Das Video nährt Zweifel – manche bewegen die Arme, obwohl sie bereits ohnmächtig sein sollten –, aber die wahrscheinlichste Erklärung kombiniert beides: Der Entzug der Durchblutung tritt ein, bevor das Gehirn eine Verteidigung koordinieren kann.
Warum die Zähmung einer Boa immer noch eine schlechte Idee ist
Der Name sagt es und niemand liest ihn. Sie heißt Konstriktorin. Das ist ihre Methode, kein dekorativer Nachname. Daher stammt die unfreundlichste Kritik: Es ist das Argument derer, die behaupten, dass keine Zähmung möglich ist bei einem Tier, das ein genetisches Programm ausführt, ohne Verhandlungsfähigkeit. Ein Hund oder Pferd fügt sich der Anweisung; eine Schlange hält nur still, wenn sie Lust dazu hat. Respekt für das Tier einzufordern, ist zudem nicht dasselbe wie zu verlangen, dass es nicht mehr gezeigt wird, obwohl beide Argumente im hitzigen Gespräch vermischt werden.
Es bleibt eine offensichtliche Tatsache, die das Zirkusplakat verdeckte: Das Risiko war nicht symmetrisch. Der Dompteur konnte die Kontrolle verlieren; die Boa niemals.
Ein Ausgang, den niemand unterschreiben wird
Da das Video nicht verifiziert ist und die Polizei den Vorfall leugnet, ist die ehrliche Schlussfolgerung, dass dieser konkrete Fall im Schwebezustand bleiben wird. Was keinen Zweifel zulässt, ist die Physik: sechs Sekunden Druck und ein Gehirn ohne Blut. Man kann hoffen, dass die Nummer von den Plakaten verschwindet, aber darauf zu wetten ist so vernünftig wie zu glauben, eine Boa ließe sich zähmen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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