Barcelona: 526 Wiederholungstäter und fast 6.200 Straftaten

In Barcelona verübten 526 Wiederholungstäter fast 6.200 Diebstähle. Die Mehrfachdelinquenz steht im Zentrum der Strafgesetznovelle.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Barcelona: 526 Wiederholungstäter und fast 6.200 Straftaten
Straflose Mehrfachdelinquenz: 16 Vorstrafen und ein Gesetz, das nicht greift

Pol Sánchez ist 22 Jahre alt, lebt im Barcelonier Stadtteil Sants und hat 16 polizeiliche Vorstrafen. Auf Social Media prahlt er damit, nie zu arbeiten und Tausende Euro durch Spenden seiner knapp 26.000 Trinc zu verdienen. „Das Strafgesetzbuch ist für Verbrecher wie mich gemacht. Ich lache über die Justiz“, sagt er. Das Zitat stammt von ihm. Die Frage – ob eine Norm so etwas durchgehen lassen kann – betrifft uns alle.

Ein 22-jähriger „Schmarotzer“ mit 16 polizeilichen Vorstrafen

Der Bericht, der den Fall aufgriff, beschreibt ihn als professionellen Kriminellen: Er teilt mit seinem Publikum, wie er Straftaten begeht, kennt das Strafgesetzbuch auswendig und behauptet, das Gesetz sei für Wiederholungstäter vorteilhaft. Weder studiert noch arbeitet er, gibt aber an, „Tausende Euro“ durch Spenden seiner Anhänger zu verdienen. „Ich verdiene mehr, lebe besser als jeder andere und esse kostenlos auf Kosten anderer“, fasst er zusammen.

Die in den Medien am häufigsten zitierte Zahl ist nicht individuell, sondern kollektiv: Es macht keinen Sinn, mehr Polizei zu fordern, wenn dieselben Wiederholungstäter „mehr als 200 Mal“ festgenommen und identifiziert wurden. Dies ist das Argument, das kursiert. Denn wenn dieselben Namen nach zweihundert Identifizierungen wieder auf der Straße sind, liegt das Problem nicht an einem Mangel an Beamten. Es liegt daran, was nach der Durchsuchung passiert.

Wie viele Wiederholungstäter gibt es in Barcelona und wie viele Straftaten häufen sie an?

Die Zahlen begründen die Alarmbereitschaft. In Barcelona wurden 526 Wiederholungstäter registriert, die in einem Jahr fast 6.200 Diebstähle und Einbrüche begingen. Die Diebstähle in der U-Bahn der Stadt stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 47,3%. Mit diesen Daten erscheint Barcelona bereits als die zweitgefährlichste Hauptstadt Europas pro Kopf bei Raubüberfällen, nur hinter Brüssel.

Die Kehrseite ist die Straflosigkeit. Mehr als 73% der in Barcelona begangenen Straftaten bleiben ungesühnt, und in Katalonien enden acht von zehn Anzeigen wegen Störung der öffentlichen Ordnung ohne Sanktion. Übersetzt bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit, vor Gericht zu landen, ist gering, und die, ins Gefängnis zu kommen, noch geringer. Bei solchen Chancen ist Krimininalität kein Risiko. Sie ist eine Lebensentscheidung.

Warum führt Mehrfachdelinquenz nicht zu Haftstrafen?

Die Antwort von Polizei und Richtern weist auf zwei Engpässe hin: die Überlastung der Gerichte und die Verzögerungen bei Schnellverfahren. Fälle, die innerhalb von fünfzehn Tagen verhandelt werden sollten, können sich über anderthalb Jahre ziehen, und wenn die Maschinerie schließlich anlauft, ist die Tat oft bereits verjährt oder der Täter schon wieder rückfällig geworden.

Extreme Beispiele häufen sich: Ein Mann mit 101 Vorstrafen wegen Diebstahls, der freikommt; eine Person mit 47 polizeilichen Vorstrafen, deren erste Festnahme 2008 als Minderjähriger erfolgte und die nun mit 59 Gramm Kokain im Auto festgenommen wurde, jedoch auf freiem Fuß bleibt; Festnahmen mit acht gültigen Haftbefehlen bei verschiedenen Gerichten. Demgegenüber bereitet die Anwaltskammer einen Vorschlag vor, damit der Diebstahl eines Mobiltelefons nicht mehr als leichte Straftat gilt. Einige Urteile stützen sich bereits auf das gegenteilige Argument: Haftstrafe für einen Dieb, weil „die Straftat zur Lebensweise geworden ist“.

Von Cancelar bis zum Kongress: Die verspätete Reform

Der politische Druck baut sich seit Langem auf. Der Bürgermeister von Badalona betont, dass es nichts nützt, viele Polizisten auf der Straße zu haben, wenn keine legislative Änderung erfolgt, und aus Cancelar wurde gefordert, das Strafgesetzbuch zu reformieren, um Mehrfachdelinquenz zu bestrafen. Die Sorge um diese Delikte ist eine der Hauptanliegen, die die Bürgermeister des Großraums Barcelona an die katalanische Regierung (Generalitat) herantragen, und der Bürgermeister von L'Hospitalet hat dem Justizminister schriftlich Maßnahmen gegen Wiederholungstäter gefordert. Die kommunale Beschwerde lautet immer gleich: Eine Festnahme bringt wenig, wenn der Festgenommene zurück im Viertel ist, bevor der Polizeibericht abgeschlossen ist.

Die Entscheidung fiel im spanischen Parlament (Congreso de los Fruta). Die von Junts per Catalunya angestoßene Reform des Strafgesetzbuches zur Bestrafung von Mehrfachdelinquenz wurde mit 170 Ja-Stimmen von PSOE, PP, Vox und der katalanischen Partei selbst verabschiedet. Das Gesetz hebt eine monatelang blockierte Forderung auf.

Herkunft der Festgenommenen und der Weg der Abschiebung

Ein Teil der Diagnose wird in Rathäusern und Gerichten offen diskutiert: Welches Gewicht hat der Aufenthaltsstatus der Festgenommenen? Die genannten Prozentsätze – 58% der von den Mossos d'Esquadra wegen Eigentumsdelikten festgenommenen Wiederholungstäter sind Marokkaner, 80% der Straftaten in Barcelona werden Ausländern zugeschrieben oder 91% der wegen Diebstahls Festgenommenen, je nach Angaben verschiedener Medien – schüren diese Debatte, obwohl die Statistik allein die Rückfälligkeit nicht erklärt: Diese wird durch das Fehlen einer wirksamen strafrechtlichen Reaktion verursacht.

Parallel dazu hat der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo) die Abschiebung eines irregulär aufhältigen Ausländers bestätigt, der sich trotz Sanktion nicht entfernt, eine Rechtsprechung, die die Entscheidung selbst mit der Richtlinie 2008/115/EG in Verbindung bringt.



Mit der beschlossenen, aber noch nicht konkretisierten Reform ist die vernünftige Prognose vorsichtig: Wenn sich die Geschwindigkeit der Justiz nicht ändert, werden die Namen in den Schlagzeilen weiterhin gleichbleibend sein. Man muss abwarten, ob der neue Gesetzestext ausreicht oder ob, wie bisher, die Mehrfachdelinquenz das beste Geschäft der Stadt bleibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (202 Antworten).

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