Ayusos Schwägerin erhält Stelle in Verfahren mit nur einem Bewerber

Der Gemeinderat von Villanueva de la Cañada bestätigt, dass die Schwägerin von Ayuso eine technische Stelle in einem Fünf-Tage-Verfahren ohne weitere Bewerber erhielt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ayusos Schwägerin erhält Stelle in Verfahren mit nur einem Bewerber
Ayusos Schwägerin erhält Stelle in Verfahren mit nur einem Bewerber

Der Gemeinderat von Villanueva de la Cañada schalt im August 2023 eine Stelle als mittlerer Verwaltungsfachmann aus. Nur fünf Tage Zeit für die Einreichung der Unterlagen, Anforderungen, die exakt auf ein bestimmtes Profil passten, und eine einzige Kandidatin: Alejandra T. B., die Schwägerin der Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid und Partnerin von Tomás Díaz Ayuso. Es gab keinen Wettbewerb, da es keine weiteren Bewerber gab. Der Gemeinderat verteidigt die Rechtmäßigkeit der Ernennung und macht geltend, dass die Stelle Ende Mai frei geworden sei.

Die Akten klären nicht, warum sonst niemand davon erfuhr. Kritiker bemängeln, dass die Ausschreibung mit geringer Reichweite veröffentlicht wurde. Die Gewählte war bereits seit 2008 als Beamtin im Rathaus von Ugena (Toledo) tätig. Es handelt sich nicht um einen Neueinstieg in den öffentlichen Dienst, sondern um eine Stellenbesetzung durch Versetzung: ein Transfer, der sie in die Nähe ihres Hauses in Villanueva de la Cañada brachte, für das das Paar 2.000 Euro monatlich zahlt.

Was ist eine „comisión de servicios“ und warum begünstigt sie Vetternwirtschaft

Die geforderten Voraussetzungen — eine Laufbahnbeamtenschaft der Gruppe A2 oder ein Diplom in Sozialwissenschaften — entsprachen laut Kritikern exakt dem Profil der Kandidatin. In einem regulären Verfahren wäre dieses Detail ein Zufall; hier wird es als Indiz für ein maßgeschneidertes Verfahren gewertet. Was für ein Zufall.

Das administrative Instrument, das diese Art von Wechsel ermöglicht, ist die *comisión de servicios* (eine vorübergehende Abordnung an einen anderen Standort oder eine andere Behörde). Wer diese erhält, muss keine Prüfung ablegen, sondern reicht lediglich Dokumente ein. Wie Insider berichten, wiederholt sich dieser Mechanismus in der gesamten Verwaltung: Stellen, die mit minimalen Fristen, diskreter Werbung und auf die gewählte Person zugeschnittenen Anforderungen ausgeschrieben werden. Es sei kein Einzelfall, sondern die ungeschriebene Regel, so die Stimmen.

Ayusos familiäres Umfeld: eine wachsende Liste

Der Vater, die Mutter, der Ex-Freund, der Bruder, der Freund und nun die Schwägerin. Diese Abfolge ist laut Beobachtern zu einem eigenen journalistischen Genre geworden. Jeder neue Name fügt ein Kapitel zum selben Verdacht hinzu: Dass die Regionalregierung wie eine Familienvermittlungsagentur fungiert, behaupten Kritiker. Das Familienunternehmen, spötteln einige.

Der Kommunikationsberater der Präsidentin, Miguel Ángel Rodríguez, antwortete mit einem „keine Ahnung“, als er auf den Fall angesprochen wurde. Der Bürgermeister, Luis Partida, stand den Medien nicht zur Verfügung, und der Gemeinderat verwies lediglich auf eine Erklärung, in der es heißt, die Gewählte habe „die notwendigen Voraussetzungen für ihre Tätigkeit“ erfüllt. Die Verteidigung ist formal einwandfrei, aber inhaltlich leer, so die Kritiker.

Das Problem ist nicht die Schwägerin: es ist das System

Die Analyse teilt sich hier in zwei Strömungen. Die eine behauptet, der Skandal sei nur die Spitze des Eisbergs eines endemischen Systems der Postenbesetzung, das alle Parteien und Verwaltungen betreffe. Die andere entgegnet, dass die Verallgemeinerung die perfekte Ausrede sei: Wenn es alle machen, ist niemand verantwortlich. Beides kann gleichzeitig wahr sein, so die Teilnehmer der Debatte.

Was laut Kritikern außer Frage steht, sind die Kosten. Jede durch Vetternwirtschaft besetzte Stelle ist eine Stelle, für die ein besser qualifizierter Mensch nicht konkurrieren kann. Jede intransparente Abordnung ist Steuergeld, das eine Struktur finanziert, die darauf ausgelegt ist, dass die „Insider“ auch in Zukunft „Insider“ bleiben. Das ist keine Magie, das sind deine Steuern.

Häufig gestellte Fragen

Was genau ist eine „comisión de servicios“? Es ist die vorübergehende Besetzung einer Arbeitsstelle in einer anderen Verwaltung als der ursprünglichen. Es ist keine Prüfung erforderlich: Der Zugang erfolgt über ein Leistungsverfahren, und die Stelle sollte öffentlich ausgeschrieben werden. Die Kritik richtet sich gegen die Intransparenz dieser Bekanntmachung.

Hat die Schwägerin von Ayuso eine Beamtenprüfung bestanden? In diesem Verfahren nicht. Sie war bereits seit 2008 eine Beamten im Rathaus von Ugena (Toledo). Was sie in Villanueva de la Cañada erhielt, war eine Stellenbesetzung durch Versetzung, kein Neueinstieg in den öffentlichen Dienst.

Gibt es nachgewiesene Unregelmäßigkeiten? Der Gemeinderat verteidigt die Rechtmäßigkeit der Ernennung. Infrage gestellt werden die Intransparenz der Ausschreibung und die Fristen, nicht eine formale Illegalität. Bis zum Zeitpunkt dieser Diskussion liegt keine gerichtliche Entscheidung vor.



Das Verfahren wurde in Rekordzeit und ohne Wettbewerb abgeschlossen. Die Stelle ist besetzt. Niemand sonst hat sich beworben. Das sollte theoretisch die wenigsten Fragen aufwerfen.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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