Atheismus ist keine Religion, wird aber als Dogma gelebt

Diskussion, ob Atheismus als Glaube fungiert. Über 110 Antworten in 975 Tagen streiten Nutzer über Dogmatismus und Überzeugung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Atheismus ist keine Religion, wird aber als Dogma gelebt
Atheismus ist keine Religion, wird aber als Dogma gelebt

Die Debatte darüber, ob Atheismus eine Religion ist, hat sich entzündet. In einem Kontext zunehmender Polarisierung behauptet ein erster Beitrag, Atheismus sei eine Geisteskrankheit, die die objektive Realität leugne. Die Antworten schwanken zwischen der Verteidigung als einfache gottlose Überzeugung und dem Vorwurf, militante Atheisten würden ihre Haltung dogmatisieren. Die Diskussion, die in 975 Tagen 110 Antworten sammelt, mischt philosophische, wissenschaftliche und politische Argumente und offenbart eine latente Spannung: Kann das Fehlen religiöser Glaubensüberzeugungen zu einem weiteren Glauben werden?

Was Atheismus ist und was nicht

Der Ausgangspunkt ist eine kategorische Behauptung: „Atheismus ist eine Geisteskrankheit, die die objektive Realität leugnet.“ Weit davon entfernt, eine isolierte Meinung zu sein, setzt diese Haltung den Ton für eine Debatte, in der nicht nur die Gültigkeit des Atheismus als intellektuelle Position infrage gestellt wird, sondern auch sein Status als bloße Nicht-Glaubensüberzeugung. Mehrere Beiträge argumentieren, dass Atheismus keine Religion, aber eine tiefe Überzeugung sei: „Es gibt keinen Gott. Punkt. Das ist mein Glaube, und ich basiere mein Leben darauf, dass es keinen Gott gibt.“ Die Unterscheidung zwischen Religion und Überzeugung verschwimmt bei der Betrachtung des Verhaltens bestimmter militanter Atheisten.

Die Diskussion wendet sich schnell dem Vergleich mit traditionellen Religionen zu. Es wird argumentiert, Religionen seien für „Idioten“ und tiefgründiger Atheismus eine noch größere Form der Idiotie. Diese groben Beleidigungen spiegeln eine Strömung wider, die militantem Atheismus Dogmatismus und Intoleranz zuschreibt. Ironie entsteht, wenn festgestellt wird, dass bestimmte atheistische Gruppen wie eine Religion handeln: „Bestimmte atheistische Gruppen, ja“, heißt es unter Verweis auf einen hier nicht wiedergegebenen Vice-Bericht.

Glaube an das Nichts und das Ursprungsproblem

Ein wiederkehrendes Argument ist, dass Atheismus Gott durch das Nichts ersetzt. „Atheismus bedeutet, Gott durch das Nichts zu ersetzen. Dinge mit einer ersten Ursache 'Gott', da sie nicht an einen Gott glauben, müssen vom Nichts erschaffen worden sein“, wird behauptet. Dies führt zu einer Kritik an der atheistischen Logik: Wenn alles eine Ursache hat, warum sollte das Universum die Ausnahme sein? Big-Bang-Theorie und Gesetze der Thermodynamik werden angeführt, um zu zeigen, dass das Universum einen Anfang hatte und eine externe Ursache erfordert. Atheisten lösen dies laut dieser Sichtweise mit selbstexistierenden Universen und Zufall: „Das absolute Nichts machte alle bekannten Dinge.“

Die Gegenrede folgt. Gläubigen wird vorgeworfen, Autoritätsfehler zu begehen und anzunehmen, das Universum könne nicht selbstexistierend sein, während Gott es kann. „Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass alles, was dir passt, selbstexistierend sein kann“, liest man. Andere plädieren für Vorsicht: „Die richtige Antwort ist, dass wir den Ursprung des Universums nicht kennen.“ Dieser agnostische Trend gewinnt am Ende der Debatte an Boden, wo anerkannt wird, dass weder die Gott-Hypothese noch die Theorie eines ewigen Universums empirisch bewiesen sind.

Atheismus, Pogre und militanter Dogmatismus

Die Diskussion verlagert sich auf die Beziehung zwischen Atheismus und Pogre. Es wird behauptet, Atheismus trete häufiger bei Pogre auf, sodass ein Atheist praktisch ein Linker sei, auch wenn er einige pogre Dogmen kritisiere. „Für mich ist ein Atheist ein Linker, egal ob er ins übliche Profil passt oder nicht“, argumentiert ein Nutzer. Diese Assoziation wird durch Beispiele pogre Wissenschaftskommunikatoren gestärkt, die trotz Kritik an Exzessen Ursachen wie Immigration oder Gender-Ideologie fördern.

Die Debatte über atheistischen Dogmatismus erstreckt sich auf Figuren wie Richard Dawkins und Christopher Hitchens, denen vorgeworfen wird, nicht-religiöse Haltungen zu dogmatisieren. Militantem Atheismus wird zugeschrieben, mit Religionen den Anspruch auf Wahrheit und die Unfähigkeit zur Duldung von Dissens zu teilen. Die Kritik reicht bis in die Wissenschaft: Es wird behauptet, staatliche Überfinanzierung biasse sie pogre. „Universitäten und Forschungszentren sind Betriebe, die von öffentlichen Zuschüssen leben“, so ein Kommentator.

Atheismus als Glaube und soziale Konsequenzen

Eine wiederkehrende Idee ist, dass Atheismus auch ein Glaube ist. „Atheismus ist auch ein Glaube. Er ist dogmatisch“, wird behauptet. Der Glaube daran, dass es keinen Gott gibt, sei genauso unbeweisbar wie der Glaube daran, dass es ihn gibt, und erfordere daher einen Glaubensakt. Dies wird dadurch verstärkt, dass atheistische Regime des 20. Jahrhunderts sich nicht als besser als die bekämpften Religionen erwiesen haben: „Bis heute haben sich atheistische Regime in nichts als besser erwiesen als das, was sie angeblich bekämpfen, sondern im GEGENTEIL.“

Die Diskussion behandelt psychologische und soziale Folgen. Atheisten werden als vorsichtige Pessimisten beschrieben, die neue Anhänger suchen. „Der Atheist versucht, jeden zum Atheisten zu machen“, heißt es. Demgegenüber wird argumentiert, Gläubige gewännen an Ruhe, und der Glaube biete einen Sinnrahmen, den der Atheismus nicht bieten könne. Die Kontroverse endet ohne Konsens: Manche sehen im Atheismus Befreiung von Aberglauben, andere freiwillige Blindheit.



Nahezu drei Jahre lang andauernd, erreicht die Debatte keine einstimmige Schlussfolgerung. Ob Atheismus eine Religion ist, bleibt offen, doch der Austausch hinterlässt eine Gewissheit: Die Linie zwischen Überzeugung und Glaube ist unschärfer, als beide Seiten zugeben möchten.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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