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Armut in Argentinien erreicht unter Milei historischen Tiefstand
Die Armut in Argentinien ist im dritten Quartal 2025 auf ein historisches Minimum gefallen und seit dem Amtsantritt von Javier Milei um 27,3 Prozentpunkte gesunken. Die Hintergründe im Überblick.
Die Armut in Argentinien hat den tiefsten Stand der letzten Jahre erreicht. Der Rückgang wird der Disinflation und dem Ausbau gezielter Sozialleistungen wie der AUH zugeschrieben, die aufgewertet wurde und mehr Menschen erreicht.
Die Armut in Argentinien ist erneut deutlich gesunken. Im dritten Quartal 2025 lag die Quote laut einer Schätzung des Consejo Nacional de Coordinación de Políticas Sociales (CNCPS), gestützt auf Daten des Statistikinstituts Indec, bei **27,5%**. Das bedeutet einen Rückgang von **10,8 Prozentpunkten** im Jahresvergleich gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024 und ein Minus von **27,3 Prozentpunkten** seit dem Amtsantritt von Präsident **Javier Milei**. Die extreme Armut (Indigenz) sank im gleichen Jahresvergleich um **3,8 Prozentpunkte** und seit Beginn der aktuellen Regierung um **14,8 Prozentpunkte** – das bedeutet, dass Millionen Menschen die extreme Armut verlassen haben.
Diese Entwicklung fällt mit einem Regierungsprogramm zusammen, das auf die Senkung der Staatsausgaben und die Deregulierung der Wirtschaft setzt. Trotz der Kürzungen ist die Gesamtstaatsausgabe von Bund, Provinzen und Gemeinden gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Niveau von **2008** zurückgegangen. Schätzungen des Instituto Argentino de Análisis Fiscal (IARAF) zufolge werden die nationalen Primärausgaben 2025 mit einem jährlichen Rückgang von **38.000 Millionen US-Dollar** gegenüber 2023 abschließen und **31,4% des BIP** erreichen – der niedrigste Stand seit fast zwei Jahrzehnten.
## Effiziente und kluge Staatsausgaben
Die Frage ist, wie die Armut mitten in den größten Ausgabenkürzungen der jüngeren argentinischen Geschichte so stark sinken konnte. Die Antwort hat zwei zentrale Pfeiler. Zum einen hat die kräftige Disinflation, also das sinkende Inflationstempo, dazu geführt, dass sich die Reallöhne zu erholen beginnen. Das hat Tausende Familien mit Arbeitseinkommen aus der extremen Armut und Armut geholt. Nach Angaben von Unicef sind fast **zwei Millionen Kinder** aus der Armut herausgekommen.
Das zweite, weniger bekannte, aber ebenso entscheidende Standbein ist die Ausweitung und Aufwertung einer gezielten Leistung für Familien mit Kindern. Die **Asignación Universal por Descendiente (AUH)** – streng genommen nicht universell, sondern für Familien mit Kindern unter 18 Jahren bestimmt, die bestimmte wirtschaftliche und sonstige Voraussetzungen erfüllen – wurde seit der Regierungsübernahme von **Javier Milei** um fast **500%** aufgewertet. Zudem erfolgt die Anpassung monatlich, eng an der Inflationsentwicklung orientiert, was die Kaufkraft sichert.
## Automatisierung und Vereinfachung der Sozialleistungen
Die Regierung hat Maßnahmen umgesetzt, damit diese Leistungen die Empfänger direkter und unkomplizierter erreichen. Ab 2026 wird die AUH für Familien mit Kindern zwischen **0 und 4 Jahren** automatisch ausgezahlt. Diese Änderung ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Vereinfachung von Verfahren und Automatisierung des Zugangs zu Sozialleistungen, mit dem Ziel, Bürokratie abzubauen und den Empfängern mehr Planungssicherheit zu geben.
Nach dem neuen System erhalten AUH-Bezieher mit Kindern in dieser Altersgruppe, die die verpflichtenden Gesundheits- und Impfkontrollen erfüllen, die vollen **100% der Zuwendung** – ohne persönliche oder virtuelle Anträge und ohne zusätzliche Unterlagen. Der Datenabgleich zwischen den Behörden ermöglicht eine automatische Prüfung der Voraussetzungen. Das monatliche Einkommen dieser Familien wird ohne Einbehalte vollständig ausgezahlt, was Verzögerungen und bisher verpflichtende Verfahren überflüssig macht.
Diese Automatisierung gilt auch für die **Asignación por Embarazo para Protección Social** (Schwangerschaftsbeihilfe zum sozialen Schutz). Die am Ende der Schwangerschaft aufgelaufenen **20%** werden automatisch ausgezahlt, sofern die Empfängerin die vorgeschriebenen ärztlichen Kontrollen wahrgenommen hat – ohne zusätzliche Formalitäten. Die Vereinfachung dieser Verfahren soll die Auszahlung beschleunigen und sicherstellen, dass die Leistungen ihr Ziel erreichen, Kinder- und Familienarmut zu mindern.
## Synergien und ungelöste Herausforderungen
Das Zusammenspiel der aufgewerteten und ausgeweiteten AUH mit der Erholung des Arbeitsmarkts, wo die Reallöhne steigen und die Arbeitslosenquote auf **6,6%** gefallen ist, hat positive Synergien erzeugt. Diese Faktoren haben erheblich zum statistischen Rückgang der Armut beigetragen. Der Weg bleibt jedoch mit wichtigen Herausforderungen gepflastert. Die argentinische Wirtschaft zeigt weiterhin Schwachstellen, und obwohl die Inflation nachgelassen hat, liegt sie für die Region noch immer auf hohem Niveau. Zudem ist die Qualität der Beschäftigung – trotz Verbesserungen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen – weiterhin ein Bereich, der Aufmerksamkeit erfordert, um eine nachhaltige und gerechte Erholung zu sichern.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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