300.000 Argentinier haben die Staatsbürgerschaft bereits beantragt: Kommen sie wegen der Sozialleistungen oder fliehen sie vor Milei?
Mehr als 300.000 Argentinier haben auf Grundlage des Gesetzes über das demokratische Gedächtnis (Ley de Memoria Democrática) die Beantragung der spanischen Staatsbürgerschaft eingeleitet, wie Daten von La Nación zeigen. Die Zahl, Teil von insgesamt 700.000 lateinamerikanischen Antragstellern, hat Alarmrufe über eine mögliche Migrationswelle nach Spanien ausgelöst. Doch das Bild, das die Daten zeichnen, ist weniger idyllisch, als der offizielle Diskurs vermuten lässt.
Betrug im Blut: Wie viele sind wirklich Enkel von Spaniern?
Der Verdacht, dass viele Antragsteller ihre Abstammung fälschen, zieht sich durch die Debatte. Fälle von Argentiniern, die spanische Familien kontaktieren, um einen erfundenen Stammbaum zu rekonstruieren, sind ans Licht gekommen. Findet das Zivilregister keine Einträge, könnte die Staatsbürgerschaft verweigert werden, doch die Bürokratie ist bereits überlastet: Die Regierung musste über 150 Beamte einstellen, nur um die Konsulate zu besetzen.
Wohnraum und Wahlrecht: Der Preis, halb eine Million neue Spanier aufzunehmen
Die massive Ankunft, selbst wenn sie schrittweise erfolgt, wird einen bereits erstickten Mietmarkt zusätzlich belasten. Hinzu kommt die Angst vor einer politischen Wende: Die neu Eingebürgerten könnten die Waage nach links kippen. „Mehr als eine halbe Million neue PSOE-Wähler“, hieß es spöttisch.
Die Frage, die im Raum steht: Exportiert Argentinien seine Krise oder importiert Spanien ein Problem? Mit der argentinischen Wirtschaft im freien Fall und Milei mit der Kettensäge wird der Zustrom nur weiter wachsen. Doch das Spanien, das sie erwartet, ist nicht eines der leichten Sozialleistungen: eine menschenwürdige Arbeit und Wohnung zu finden, wird der erste echte Filter sein.
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