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Argentinien: vom Top-10-Land zur Krise in einem Jahrhundert
Argentinien gehörte einst zu den Top 10 der Welt, heute ist das Land in Dauerkrise. Buenos Aires konkurrierte 1920 mit Paris; heute sucht das Land Antworten. Eine Analyse des Niedergangs…
Argentinien: vom Top-10-Land zur Krise in einem Jahrhundert
Argentinien war bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein Land, das sich ohne Minderwertigkeitskomplexe mit Westeuropa verglich. Buenos Aires im Jahr 1920 unterschied sich nicht von Paris oder Lissabon. Hundert Jahre später sieht die Realität ganz anders aus: Das Land ist von den weltweiten Top 10 beim Pro-Kopf-Einkommen in wiederkehrende Wirtschaftskrisen und eine strukturelle Armut abgerutscht, die angesichts seiner eigenen Geschichte beschämend ist.
Der Trugbild verlorener Größe
Der Fall Argentinien wird oft als das drastischste Beispiel eines freiwilligen wirtschaftlichen Niedergangs zitiert. Während Venezuela, in den Achtzigern ebenfalls ein Top-10-Land, bereits zuvor unter massiver Armut litt, konnte Argentinien mit einer breiten Mittelschicht und einer Hauptstadt aufwarten, die es mit den europäischen Metropolen aufnehmen konnte. Die Frage, die sich viele stellen: Wie konnte dieses historische Kapital in weniger als einem Jahrhundert verschwendet werden?
Vergleiche mit Venezuela sind unvermeidlich, wenn auch mit Einschränkungen. Caracas 1980, mit einem Pro-Kopf-BIP auf dem Niveau Spaniens, konnte man nicht mit Paris vergleichen; Buenos Aires schon. Dieser Unterschied im Ausgangspunkt macht den argentinischen Absturz noch unerklärlicher — oder vielleicht doch erklärbarer, wenn man die Jahrzehnte peronistischer Politik (eine populistische Bewegung, die die argentinische Politik dominiert) betrachtet, die zwischen Populismus, Etatismus und Schuldenzyklen wechselten.
Daten, die mehr wiegen als Beleidigungen
Abgesehen von dem identitätspolitischen Lärm, der diese Debatte oft begleitet, sind die Wirtschaftsdaten unbeirrbar. Argentinien wandelte sich von einer der vielversprechendsten Volkswirtschaften der Welt zu einem Land mit chronischer Inflation, Kapitalkontrollen und einer Währung, die vor den Augen der Welt an Wert verliert. Die Debatte in Kreisen der Wirtschaftsanalyse spaltet sich zwischen denen, die das Desaster auf ein endemisches politisches Missmanagement schieben, und denen, die auf externe Faktoren verweisen (fallende Rohstoffpreise, Auslandsschulden).
Unbestreitbar ist, dass der argentinische Niedergang ein globaler Lehrbuchfall ist. Während Spanien, das einmal in etwas die Nummer 1 war (wie ein Nutzer ironisierte), seinen Weg weitergeht, sucht Argentinien noch immer nach einem Ausweg, der nicht kommen will. Unter diesen Vorzeichen ist die kurzfristige Prognose nicht optimistisch: Die politische Trägheit scheint sich nicht zu korrigieren, und das Land bleibt in seiner eigenen Legende verlorener Größe gefangen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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