Antonio Maestre über den Wahlkampf der spanischen Linken: Feijóo einfach reden lassen

Antonio Maestre hält den besten Wahlkampf der Linken dafür, Feijóo reden zu lassen. Ein Antwort-Twitter wirft dem PP-Chef seine Kurswechsel bei Abtreibung, Sterbehilfe und Mindestlohn vor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Antonio Maestre vertritt die Auffassung, dass der beste Wahlkampf der Linken darin besteht, Alberto Núñez Feijóo viel reden zu lassen und immer sagen, was er denkt. Die Idee stützt sich darauf, dass jeder Auftritt des PP-Vorsitzenden ihn zwingt, unbequeme Positionen zu erklären.

Der Wahlkampf der Linken hat einen Plan, der weder Budget noch Plakate braucht: den Gegner reden lassen. Das ist die These, die **Antonio Maestre** im sozialen Netzwerk X aufstellte: „Der beste Wahlkampf der Linken ist, Feijóo viel reden zu lassen und immer sagen zu lassen, was er denkt.“ Der Satz fasst eine Kontraststrategie zusammen: Je mehr sich der PP-Vorsitzende exponiert, desto leichter kann der Wähler vergleichen.

## Die Rechnung, den Gegner reden zu lassen

Die Logik ist einfach und in der Politik so alt wie die Politik selbst. Wenn sich der Gegner öffentlich definiert, wird jede Definition zu Wahlkampfmaterial für die andere Seite. Maestre fordert keine Angriffe und keine Werbespots: Er fordert Exposition. **Alberto Núñez Feijóo** soll auftreten, antworten und sich selbst entlarven. Die Linke gewinnt in diesem Schema durch scheinbare Passivität.

Das Problem dieser Strategie: Sie hängt davon ab, dass der Gegner Fehler macht. Wenn der PP-Vorsitzende richtig liegt, kehrt sich die Taktik gegen den aus, der sie entworfen hat. Und wenn die Debatte auf heikle gesellschaftliche Themen gerät, kann der Kosten größer sein als der Nutzen.

## Die Äußerungen, die die These befeuern

Maestres Idee steht nicht im luftleeren Raum. In einem Interview beim **Cadena Ser** (einem spanischen Radiosender) stellte Feijóo das Recht auf Abtreibung in Frage, zweifelte am Sterbehilfegesetz, verhedderte sich beim **SMI** (dem spanischen Mindestlohn) und nannte die Wirtschaftspolitik von **Javier Milei** vernünftig. Vier verschiedene Fronten in einem einzigen Auftritt.

Solche Äußerungen stärken Maestres These: Jede Antwort des PP-Vorsitzenden eröffnet eine neue Angriffsfläche. Abtreibung und Sterbehilfe mobilisieren linke Wähler. Der Mindestlohn betrifft schlecht bezahlte Arbeitnehmer. Milei spricht ein Wählersegment an, das dem wirtschaftlichen Diskurs der PP misstraut. Der Wahlkampf der Linken muss nach dieser Lesart nur abwarten.

## Das Risiko, dass der Gegner keine Fehler macht

Keine Strategie ist kostenlos. Wer auf die Fehler des anderen setzt, überlässt die Initiative dem Gegner. Wenn Feijóo seinen Ton mäßigt und die Themen meidet, die ihn schwächen, bleibt der Wahlkampf der Linken ohne Munition. Und wenn die Debatte auf Terrain verlagert wird, auf dem sich die PP wohlfühlt, kehrt sich die Rechnung um.

Die spanische Politik hat gezeigt, dass Wahlkämpfe sowohl durch das gewonnen werden, was der Gegner tut, als auch durch das, was man selbst vermeidet. Den anderen reden zu lassen ist ein Wagnis. Es kann gut gehen. Es kann auch teuer werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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