Reisen außerhalb der EU: Die wachsende Angst vor Infektionen in Spanien
Ein Verwandter reist durch die arabische Welt und Südostasien, zwei Krankenhausaufenthalte in Spanien wegen schwerer Lebensmittelinfektionen. Eine Freundin überlebt nur knapp eine Reise. Ein Bekannter kehrt mit Dengue aus Kuba zurück. Die Angst vor importierten Krankheiten ist längst kein exotisches Phänomen mehr, sondern ein gewichtiges Argument gegen den Tourismus in ferne Länder. In Spanien, wo Chikungunya in Kuba außer Kontrolle gerät und Dengue wieder zunimmt, stellt sich nicht mehr die Frage, ob sich das Reisen lohnt, sondern wie viel Risiko man bereit ist einzugehen.
Die Angst vor eingeschleppten Infektionen
Die Liste der im Zusammenhang mit internationalen Reisen genannten Beschwerden in Foren und informellen Gesprächen ist lang: Lebensmittelinfektionen, Parasiten, Herpes, HPV, Krätze, Dengue, Chikungunya. Die meisten berichteten Fälle enden in spanischen Krankenhäusern, was das Gefühl nährt, dass das Problem nicht nur am Zielort liegt, sondern bei der Rückkehr. Kuba ist zum häufigsten Beispiel geworden: Das kubanische Gesundheitsministerium (Ministerio de Salud Pública) bestätigte 47.125 Patienten mit Fieber-Syndrom und 19 Kinder in kritischem Zustand, basierend auf Daten, die Reisende selbst sammeln. Woche 47 des Jahres schloss mit 7.700 neuen Chikungunya-Fällen, 4.449 mehr als in der Vorwoche.
Manche behaupten, diese Zahlen seien nur die Spitze des Eisbergs, da die meisten Betroffenen keinen Arzt aufsuchen. Die praktische Konsequenz ist, dass jede Reise in bestimmte Regionen als gesundheitliches russisches Roulette wahrgenommen wird. Und zwar nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr vor Ort, sondern auch wegen der Qualität des lokalen Gesundheitssystems: Wer in einem Krankenhaus in Kuba, Thailand oder Indien erkrankt, sieht sich Bedingungen gegenüber, die viele als unwürdig empfinden.
Warum bekommen Prominente seltene Krankheiten?
Die am häufigsten verbreitete Theorie besagt, dass wiederholte Exposition gegenüber Umgebungen mit mangelnder Hygiene die Wahrscheinlichkeit erhöht, ungewöhnliche Erreger zu infizieren. Berühmtheiten und wohlhabende Vielreisende sind das sichtbare Beispiel: Mariñas bekam Lepra in Kuba, wie in der Diskussion erinnert wird. Dies ist kein Einzelfall. Die Liste der Prominenten mit exotischen Erkrankungen dient als Beweis dafür, dass das Risiko nicht nach sozialer Klasse unterscheidet, sondern nur nach Häufigkeit der Exposition.
Gegen diese Sichtweise verteidigt eine andere Strömung, dass das Problem nicht das Reisen selbst sei, sondern schlechte Vorbereitung. Der Mangel an grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen – Wasser aus unbekannten Quellen trinken, an Straßenständen essen, sich nicht über Risikogebiete informieren – würde die meisten Fälle erklären. Ein Reisender, der fast 80 Länder besucht hat, fasst es so zusammen: „Reisen ist gefährlich, wenn man dumm ist. Aber auch Leben in Spanien ist gefährlich, wenn man dumm ist.“ Die eigene Erfahrung zeigt jedoch, dass man selbst bei Sorgfalt schwere Infektionen bekommen kann: ein Fall von schwerem Durchfall in Samarkand nach dem Verzehr eines Salats in einem scheinbar gehobenen Restaurant.
Kuba, Thailand und der Rest der Welt: Die am meisten kritisierten Reiseziele
Kuba zieht die härteste Kritik auf sich. Der Zusammenbruch des Krankenhauswesens, der Medikamentenmangel und die Ausbreitung von Krankheiten wie Hepatitis A zeichnen ein Bild, das viele als unvereinbar mit touristischem Reisen betrachten. Laut kursierenden Berichten wären 30% der Bevölkerung mit Dengue, Oropouche oder Chikungunya infiziert. Die auffälligste Anekdote ist die einer alten Frau in Thailand, die in einen Sarg gelegt wurde und lebend entdeckt wurde, als sie bereits zur Verbrennung gebracht werden sollte. Ein Mitarbeiter bemerkte, dass die Frau gegen den Sarg klopfte. Dieser Vorfall, von lokalen Medien aufgegriffen, schürt das Misstrauen gegenüber den Gesundheits- und Bestattungssystemen bestimmter Länder.
Südostasien, insbesondere Thailand, taucht in mehreren Berichten auf. Sens übertragbare Krankheiten, Lebensmittelinfektionen und Probleme aufgrund von Hitze und Luftfeuchtigkeit werden am häufigsten genannt. Auch Kambodscha wird erwähnt, allerdings mit geteilten Meinungen: Manche halten es für spektakulär, andere würden nicht einmal bezahlt zurückkehren.
Leben ohne Reisen: Der Lebensstil, der Risiken vermeidet
Ein Teil der Debatte vertritt die Ansicht, dass die beste Art, nicht krank zu werden, darin besteht, sich nicht zu bewegen. Der Autor der ursprünglichen Nachricht ist sich sicher: Seine Gesundheit war nie besser als in seiner Studienzeit, als er acht Stunden schlief, keine Bibliotheken oder klimatisierte Räume betrat und sehr heiße Duschen nahm. Täglicher Polei-Tee und kochendes Wasser als Präventionsmethode. Kälte machte ihm nichts aus. Es ist eine extreme Sichtweise, aber sie trifft einen breiteren Nerv: die Idee, dass der menschliche Körper nicht dafür gemacht ist, innerhalb weniger Stunden von einem Ökosystem in ein anderes zu springen.
Andere Teilnehmer gehen noch weiter und argumentieren, dass die Evolution uns an bestimmte geografische Zonen angepasst hat. Reisen an Orte, für die man genetisch nicht vorbereitet ist, wäre nach dieser Strömung leichtsinnig. Die Durchmischung der Populationen und die beschleunigte Globalisierung würden die Ausbreitung von Erregern fördern. Über diese Behauptung gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens, aber das Argument wird hartnäckig wiederholt.
Tourismus als Konsumfalle
Jenseits der Angst vor Krankheiten gibt es eine wirtschaftliche und kulturelle Kritik am Massentourismus. Es wird argumentiert, dass Reisen überschätzt ist: 90% der Vielreisenden sind danach genauso klug oder dumm wie vorher. Riesige Summen Geld und Zeit werden ausgegeben, um am Ende erschöpfter als entspannt zu sein. Und all dies in einem Land, Spanien, das ohnehin fast alles bietet: Strand, Gebirge, Geschichte, Gastronomie.
Der Widerspruch ist offensichtlich. Viele derjenigen, die das Reisen kritisieren, geben zu, dass es süchtig macht. F650 drückt es unverblümt aus: „Da ist etwas beim Reisen, das süchtig macht, und ich weiß nicht, was es ist.“ Andere geben zu, dass sie nach Südamerika zurückkehren würden, weil es sie der Geschichte Spaniens näher bringt. Die Spannung zwischen dem Wunsch zu entdecken und der Angst vor Krankheit prägt die gesamte Debatte.
Europa als Zuflucht und der Rest als Bedrohung
Für einen Teil der Teilnehmer ist nur Europa ein sicheres Reiseziel. Japan, Nordamerika und die Europäische Union wären die einzigen zuverlässigen Zonen. Der Rest ein unnötiges Risiko. Marokko wird als Beispiel für ein geografisch nahes Land angeführt, das bei der Infrastruktur Lichtjahre entfernt ist. Auch Rumänien wird innerhalb der EU als Gebiet genannt, das man meiden sollte.
Diese Sichtweise ist nicht einstimmig. Manche haben jahrzehntelang im Nahen Osten und Asien gereist, ohne ernsthafte Probleme, und halten die Angst für übertrieben. Der Schlüssel liege, so betonen sie, in der Vorbereitung: Sich informieren, eine hochwertige Krankenversicherung abschließen, Konfliktherde meiden und unauffällig bleiben. Die Mehrheit derer, die in Schwierigkeiten geraten, hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht.
Am Ende ist die verwirrende Tatsache nicht die Anzahl der Infizierten oder die Liste der Krankheiten. Es ist die Tatsache, dass trotz aller in dieser Diskussion geäußerten Ängste viele der schärfsten Kritiker des Reisens zugeben, dass sie es wieder tun würden. Diese menschliche Widersprüchlichkeit, die in keiner Statistik auftaucht, trägt den globalen Tourismus.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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