Android-Mini-PCs: Der Rechner unter 100 Euro

Android-Mini-PCs und Raspberry Pi bieten Computer unter 100 Euro, doch hoher Stromverbrauch und fehlende Office-Software bestimmen die tatsächlichen Kosten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Android-Mini-PCs: Der Rechner unter 100 Euro
Ein PC für unter 100 Euro: Möglich, aber anders als gedacht

Ja, man kann einen funktionierenden Computer für weniger als 100 Euro bekommen. Allerdings sollte man wissen, dass dieses Gerät kaum Ähnlichkeit mit dem klassischen Desktop-Tower hat, den viele im Kopf haben. Die häufigste Antwort auf diese Herausforderung ist kein klassischer PC, sondern ein Android-Mini-PC in der Größe einer TV-Fernbedienung oder eine Raspberry-Pi-Platine für 35 Dollar, die selbst zusammengebaut werden muss. Das ursprüngliche Ziel war bescheiden: Surfen, YouTube, einfache Büroanwendungen, Messaging, Downloads und Filme. Nach Dutzenden von Antworten lautet das Fazit, dass Hardware für diese Aufgaben vorhanden ist, aber nicht jede Hardware geeignet ist.

Der Android-Mini-PC: 51 Euro und drei Wochen Wartezeit

Das Format, das die Diskussion dominierte, war der MK802, ein Gerät mit Android 4.0, Allwinner-A10-Cortex-A8-Prozessor, 1 GB RAM und 4 GB Speicher, das per HDMI an jeden Fernseher angeschlossen wird. Die Preise bei eBay-Auktionen lagen bei 51,01 Dollar und 51,27 Euro, mit Versand aus Asien und Lieferzeiten von etwa drei Wochen. Ein Modell mit Fernbedienung wurde auch für 59 Dollar angeboten.

Die Nutzererfahrung nach Erhalt war zwiespältig. Das Gadget startet, führt Angry Birds flüssig aus und spielt Videos über HDMI mit akzeptabler integrierter Tonqualität ab. Allerdings sinkt die CPU-Auslastung nicht unter 30-40%, wenn nur eine App geöffnet ist, und die WLAN-Datenübertragungsrate erreichte nur 0,6 MB/s im Vergleich zu 1,57 MB/s auf einem herkömmlichen Laptop. Für HD-Video-Streaming ist dieser Engpass erheblich.

Das Raspberry Pi: 35 Dollar und eine Checkliste

Die andere Option ist die britische 35-Dollar-Platine, die ein Tastatur, Maus, Monitor oder Fernseher, mindestens eine 4-GB-SD-Karte und ein 5-V-microUSB-Netzteil erfordert. Es kommt ohne integriertes WLAN; man muss einen USB-Dongle hinzufügen oder Ethernet nutzen. Sein großer Vorteil ist der geringe Stromverbrauch, der mit einem 875-mA-Adapter unter 5 Watt bleibt. Das Problem liegt in der grafischen Leistung: Es dekodiert 1080p hardwareseitig, aber der X-Server läuft "träge", wie Nutzer berichten, die es bereits mit Debian betrieben.

Lieferengpässe waren eine weitere Quelle der Frustration: Berichte erwähnten 11 Wochen Wartezeit zum Zeitpunkt der Bestellung und tatsächliche Lieferzeiten von etwa 10 Wochen aus Großbritannien. Es gab auch den Verdacht, dass große Hersteller den Markt langsam belieferten, um ihre Netbook-Verkäufe nicht kannibalisiert zu sehen.

Gebrauchte PCs: Ausgeschieden wegen der Stromrechnung

Der Gebrauchtmarkt bietet vollständige Towers für 53 und 60 Euro, mit Pentium-IV-Prozessoren, 256 MB oder 2 GB RAM und 40-GB-Festplatten, teilweise inklusive einjähriger Garantie. Diese reichen für Surfen und Büroarbeit aus. Das Problem ist nicht der Kaufpreis, sondern der Stromverbrauch. Towers dieser Generation verbrauchen über 100-150 Watt, was sie teuer im Betrieb macht, sei es zum Herunterladen oder als Multimedia-Zentrum. Im Gegensatz dazu verbraucht ein gebrauchtes Atom-basiertes Netbook 15 Watt mit eingeschaltetem Bildschirm.

Eine Zwischenalternative tauchte auf: Ein neues Netbook für 99 Euro, mit Atom N270, 1 GB RAM, 250-GB-Festplatte und WLAN, fähig, Internet, Büroanwendungen und Windows 7 problemlos zu bewältigen.

Die echte Grenze: Office-Software und geschlossene Anwendungen

Das Hindernis, das niemand vollständig löste, war die Software. Auf ARM-Architektur gibt es weder Windows noch Desktop-Office; der Weg führt über Google Docs oder Android-Bürosuiten. Skype, als Microsoft-Eigentum nur als Binärdatei vertrieben, bleibt problematisch, und Mini-PCs haben oft keinen Mikrofoneingang. Die Binärkompatibilität zwischen ARM und x86 ist ohne Neukompilierung nicht vorhanden.

Mit diesen Einschränkungen hat die Vorhersage einen Haken: Das Mini-PC- und ARM-Format wird einen großen Teil des stromsparenden Heimgebrauchs erobern, aber x86 in Workstations und Bereichen, die von geschlossenen Anwendungen abhängen, nicht verdrängen. Währenddessen muss jeder, der einen echten Computer für unter 100 Euro will, zwischen Zahlung in Stromkosten oder Zahlung in Geduld wählen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (92 Antworten).

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