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Andalusien führt Maskenpflicht bei nur acht Fällen ein
8,5 Millionen Andalusier müssen ab Montag Masken tragen. In Sevilla herrschen 42 °C und nur 8 aktive Fälle. Der Tourismus verzeichnet bereits Stornierungen.
Andalusien verhängt Maskenpflicht trotz niedriger Fallzahlen in Sevilla
Andalusien wird ab Montag für seine 8,5 Millionen Einwohner eine Maskenpflicht einführen, die auch im Freien gilt, selbst wenn man allein geht. Dies kündigte der Präsident der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, an und fasste die Situation mit den Worten zusammen: Solange es keinen Impfstoff gibt, bleibt das Bicho eine Bedrohung. Die Anordnung kommt in einer denkbar ungünstigen Woche. Für Sevilla werden Höchsttemperaturen von bis zu 42 Grad erwartet, und nach den vor der Ankündigung verfügbaren Daten gab es in der Provinz 8 positive Fälle unter fast zwei Millionen Einwohnern. Die Regelung erstreckt sich auch auf Ceuta.
Wie viele Infektionen gibt es in Andalusien bei Einführung der Maskenpflicht?
Die Daten dieser Woche gaben wenig Anlass zur Alarmstimmung. Fünf Provinzen — Huelva, Sevilla, Cádiz, Córdoba und Jaén — meldeten zusammen 3 neue Positive. Die anderen drei — Málaga, Granada und Almería — berichteten über 44 Fälle. In der gesamten Region gab es 2 neue Krankenhauseinweisungen. Angesichts dieser Zahlen stützt sich die Maskenpflicht eher auf Vorsicht als auf die Evidenz eines unkontrollierten Anstiegs.
Andalusien gehört zudem zu den am wenigsten betroffenen Regionen, was das Argument ist, das oft angeführt wird, um vor einer Verschärfung der Regeln bessere sanitäre Bedingungen abzuwarten. Das Ausmaß der Maßnahme betrifft jedoch eine Gemeinschaft von 8.446.561 Einwohnern.
Warum machen 40 Grad die Maske auf der Straße problematisch?
Die Hitze ist das praktische Hindernis, das niemand bestreitet. Sevilla erlebt aufeinanderfolgende Tage mit Höchstwerten über 39 Grad, mit einem Spitzenwert von 42 Grad am Donnerstag. Unter diesen Temperaturen dauerhaft eine Maske zu tragen, wird nicht mehr nur lästig, sondern stellt ein Gesundheits- und Geduldsproblem dar. Es gibt keine Ausnahme wegen des Abstands: Die Junta schreibt sie auch dann vor, wenn zwei Meter Abstand eingehalten werden.
Hinter der Ablehnung steckt eine grundlegende Kritik: Das Gefühl, dass die Norm dazu dient, Entschlossenheit zu demonstrieren, statt etwas einzudämmen.
Der Schlag für den Tourismus und die Gastronomie in Andalusien
Hier beginnt der wirtschaftliche Teil, der die Ankündigung zu einer Angelegenheit mit messbaren Folgen macht. Die Region lebt vom Tourismus und vom Nachtleben, und die Betriebe spüren bereits den Rückgang. Laut Berichten eines Anwohners war die belebteste Kneipenmeile Granadas „nicht einmal halb so voll wie an einem Freitag Anfang Juli“, mit geschlossenen Lokalen und anderen, die nur minimal betrieben wurden.
Die Stornierungen kamen vor der neuen Regel. Es gibt bereits Stornierungen für Landtourismus Ende Juli und ganze Monatsaufenthalte am Strand, die ihre Bucher als verloren betrachten, wobei Tausende Euro im Spiel sind. Das Problem ist nicht nur die Maske: Es ist die Botschaft. Der Notstand wurde aufgehoben, um Besucher anzulocken, und nun wird eine Pflicht hinzugefügt, die deren Ankunft abschreckt, gerade wenn die touristischen Ausgaben am dringendsten benötigt werden.
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Küste. Granada ist abhängig vom Tourismus und von Studierenden, von denen viele die Stadt wegen ihres Nachtlebens wählen. Mit halb vollen Lokalen und verschärften Regeln deutet das kommende Semester laut Gastronomen auf weniger Studenten und geringere Ausgaben hin. Weniger Geschäft, weniger Arbeitsplätze, weniger Konsum.
Alle Parteien wegen derselben Doppelmoral kritisiert
Die Ankündigung hinterlässt ein unbequemes politisches Bild. Die Maßnahme wird von einer Regierung aus PP und Ciudadanos umgesetzt, während VOX, ein Koalitionspartner bei der Investitur ohne Ämter in der autonomen Exekutive, sie scharf kritisiert. Ihr Anführer Santiago Abascal warnte in sozialen Medien vor neuen Lockdowns und stellte infrage, warum das individuelle Spazierengehen eingeschränkt wird, während die übliche Verwaltung der Ankünfte auf dem Seeweg beibehalten wird. Der Widerspruch hat seine Eigenheiten: Dieselbe Partei hatte während des Notstands verpflichtende Masken, Tests und mehr medizinisches Personal gefordert.
Für einen großen Teil der Öffentlichkeit zeigt das Hin und Her der Vorwürfe, dass es hier keine eigene politische Lagerzugehörigkeit gibt. Die wiederholte Schlussfolgerung lautet, dass die Norm weder links noch rechts ist, sondern der Kontrolle dient und dass ihre Kosten immer denselben treffen: jene, die arbeiten, konsumieren und zahlen.
Das Gesundheitsargument, das sich gegen die Politik wendet
Der Kern der Empörung liegt im Zeitpunkt. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass die Maske im Februar sinnvoll war, dies aber im Juli nicht mehr ist, da die Zirkulation des Bicho langsamer geworden ist. Die Antwort kommt schnell: Noch vor Monaten wurden Länder wie Südkorea oder Tschechien als Beispiele guter Verwaltung angeführt, weil sie die Maskenpflicht massiv durchsetzten; nun wird dieselbe Maßnahme, im eigenen Land angewandt, als Zwang wahrgenommen. Beides lässt sich vereinbaren, wenn man zugesteht, dass die Debatte nie rein gesundheitlich motiviert war.
Was ist in den kommenden Wochen zu erwarten?
Niemand stellt den Kalender infrage. Die Norm tritt nächste Woche in Kraft und wird, falls sie bestehen bleibt, mit dem Höhepunkt der Hitze und dem Beginn der Hochsaison zusammenfallen. Die Junta präsentiert sie als temporäre Maßnahme, gebunden an die Bedrohung durch das Bicho; Gastronomen und Touristen lesen sie als verlorene Saison. Wie viele weitere Stornierungen müssen eintreten, damit jemand in der Verwaltung die Maßnahme überprüft?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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