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Amerikaner im Ausland: Steuerpflicht gilt auch ohne Wohnsitz
Die USA besteuern das Welteinkommen ihrer Bürger, egal wo diese leben. Die Steuererklärung ist Pflicht, und nur die Aufgabe des Passes beendet die Steuerbindung.
Washington besteuert das Welteinkommen seiner Bürger, selbst wenn sie das Land nie betreten
Die Vereinigten Staaten sind eines der wenigen Länder der Welt, die ihre Bürger auf das Welteinkommen besteuern, egal wo sie leben. Es spielt keine Rolle, ob alle Einkünfte aus einer ausländischen Jurisdiktion stammen oder ob der Steuerpflichtige seit Jahren keinen amerikanischen Boden betreten hat: Die Steuererklärung bleibt Pflicht. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen, aufgelaufenen Zinsen und rechtlichen Konsequenzen rechnen. Der einzige Weg, sich von dieser Bindung zu lösen, ist laut der Ausgangsüberlegung die Aufgabe der Staatsbürgerschaft.
Der Fall hat einen berühmten Präzedenzfall, der derzeit wieder in Erinnerung gerufen wird: Tina Turner beantragte die Schweizer Staatsbürgerschaft, als sie bereits in der Schweiz lebte. Die Frage, die im Raum steht: War es eine Entscheidung aus steuerlicher Bequemlichkeit oder einfach eine Lebensentscheidung? Die kurze Antwort: Beides kann zutreffen.
Welche Steuern zahlt ein Nichtresident mit US-Pass?
Die Pflicht unterscheidet nicht zwischen Residenten und Nichtresidenten, wenn die Staatsbürgerschaft im Spiel ist. Das amerikanische Steuersystem basiert auf der Staatsbürgerschaft, nicht auf dem Wohnsitz – anders als die meisten europäischen Systeme, die nach der tatsächlichen Residenz besteuern. Deshalb muss auch ein Bürger, der seit einem Jahrzehnt auf einem anderen Kontinent lebt, weiterhin seine jährliche Steuererklärung abgeben.
Ein Verstoß ist keine Kleinigkeit. Die Strafen summieren sich, die Zinsen laufen weiter, und die rechtlichen Folgen können Ausmaße annehmen, die jeden überraschen, der Steuern mit dem Wohnsitz verbindet. Manche behaupten, die amerikanische Steuerbehörde IRS verzeihe und vergesse nichts – und ihr Ruf als unerbittlich ist keine Kaffeeklatsch-Übertreibung.
Pass abgeben: die einzige Tür hinaus
Der Verzicht auf die Staatsbürgerschaft erscheint als der einzige Mechanismus, um die steuerliche Bindung zu lösen. Es ist kein kleiner oder günstiger Formalakt, und die Konsequenzen gehen über das rein Rechnerische hinaus. Aber es ist der Weg, den das System für alle vorsieht, die keine Erklärungen mehr aus dem Ausland einreichen wollen.
Der Vergleich mit Spanien liegt nahe. Dort gibt es das Modelo 720 (ein Meldeformular für Auslandsvermögen), das jedoch für Steuerresidenten in Spanien gilt, nicht für Menschen, die im Ausland leben. Der Unterschied im Ansatz ist erheblich: Das spanische System besteuert nach Wohnsitz, das amerikanische nach Staatsbürgerschaft. Diese Asymmetrie erklärt, warum manche Steuerpflichtige mit doppelter Staatsbürgerschaft Entscheidungen erwägen, die sie sich vor Jahren nicht vorstellen hätten können.
Die Zukunft der Besteuerung nach Staatsbürgerschaft
Die eigentliche Diskussion ist, ob dieses Modell den Druck der Globalisierung überstehen wird. Manche sagen voraus, dass andere Länder das Schema irgendwann kopieren werden, um ihre Staatsfinanzen zu stützen. Andere glauben, dass der Steuerwettbewerb zwischen Jurisdiktionen es unhaltbar machen wird, Menschen zu besteuern, die weder im Land leben noch dessen Leistungen in Anspruch nehmen.
Vorerst ist die Realität hartnäckig: Der amerikanische Pass kommt mit einer jährlichen Rechnung. Und ihn aufzugeben ist keine Entscheidung, die man leichtfertig trifft. Die plausibelste Prognose ist, dass die Zahl der Verzichtserklärungen weiter steigen wird – vor allem unter denen, die über erhebliches Vermögen außerhalb des Landes verfügen, wobei das Tempo von Faktoren abhängt, die sich noch nicht ganz abzeichnet haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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