Allein sterben: Spaniens Krise der männlichen Einsamkeit

Das Geständnis eines Mannes, der im Lieben aufgegeben hat, zeigt die wachsende Einsamkeitskrise unter Männern in Spanien. Hikikomori und Feminismus im Streit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die neue männliche Einsamkeit: kein Partner, keine Kinder, keine Hoffnung

Die Haustür zu öffnen und zu wissen, dass niemand Bescheid geben wird, wenn man stirbt. Genau dieses Bild steht hinter einem anonymen Geständnis, das im Netz kursiert: Ein Mann erklärt sich im Lieben besiegt, sagt voraus, dass er allein sterben wird, und dass das Gesundheitssystem Jahre brauchen wird, um seine Leiche zu finden. Die kurze, schmucklose Botschaft hat einen Nerv getroffen: die unerwünschte Einsamkeit von Männern.

Vom Ventil zum Hikikomori-Phänomen

Auf die Resignation des Verfassers antworten manche, das Leben in einer Beziehung sei eine Falle, eine Art Sklaverei, die sich nicht lohne. Andere erinnern daran, dass Einsamkeit zur menschlichen Natur gehört: mit oder ohne Begleitung, im Inneren bleibt man immer allein. Am äußersten Ende steht das Hikikomori-Phänomen, die freiwillige soziale Isolation, die aus Japan übernommen wurde – allerdings hier mit Abstrichen: Der Verfasser bleibt nicht aus Freude zu Hause, sondern weil Arbeit und Alltag ihm nach und nach die Lust genommen haben.

Der eigentliche Streit: Ist der Feminismus schuld?

Eine Wende nimmt das Zeugnis, als der Verfasser dem Feminismus die Schuld an seiner Lage gibt. Damit wird aus einem emotionalen Ventil eine gesellschaftliche Debatte: Liegt der Rückgang der Eheschließungen am Feminismus, an der wirtschaftlichen Prekarität oder an einer Krise der Erwartungen? Einigkeit herrscht nicht, wohl aber eine Gewissheit: Männer mittleren Alters gehören zu den großen Vergessenen, wenn es um emotionales Wohlbefinden geht.

Die Prognose ist klar: Wenn sich nichts ändert, wird die Zahl der Männer, die allein sterben, in Spanien weiter steigen. Doch vielleicht ist der erste Schritt, männliche Einsamkeit nicht länger als Privatsache zu behandeln, sondern als das gesellschaftliche Problem zu sehen, das sie längst ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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