Alba Chen als antistanisch bezeichnet, weil sie Spanierin ist

Die Schauspielerin Alba Chen mit chinesischen Wurzeln wird in Spanien als antistanisch bezeichnet: Der Vorwurf funktioniert nur, wenn man sie als Spanierin betrachtet – was ihn selbst entkräftet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Alba Chen als antistanisch bezeichnet, weil sie Spanierin ist
Alba Chen, die Schauspielerin, die als antistanisch bezeichnet wird, weil sie Spanierin ist

Alba Chen möchte Schauspielerin werden. Sie hat chinesische Wurzeln und ist kulturell spanisch aufgewachsen – und genau deshalb hat ein Teil des Publikums sie ins Zentrum einer Kontroverse gestellt, die mehr über diejenigen verrät, die sie lostreten, als über diejenige, die sie betrifft. Das Argument, das die Runde macht, hat eine fast komische Zirkularität: Wer ihr Antispaniertum vorwirft, hält sie damit für Spanierin. Und wenn sie Spanierin ist, löst sich der Vorwurf von selbst auf.

Die Debatte hat sich auf bekanntem Terrain eingerichtet: bei den Frisch Angekommenen, die schon am zweiten Tag Sarracena darüber halten, wie dieses Land sein sollte. Manche meinen, dieser Minderwertigkeitskomplex sei das eigentliche Problem, nicht die bezeichnete Person. Dagegen steht eine unbestrittene Tatsache: Nachkommen asiatischer Migranten der zweiten Generation sind in der Praxis kulturell Spanier. Die unbequeme Frage ist, warum das bei anderen Herkünften nicht genauso ist.

Was Alba Chen genau vorgeworfen wird

Der Vorwurf ist kein Verbrechen und kein konkretes Verhalten. Es ist ein Etikett. Sie wird als antistanisch bezeichnet, allein weil sie andere Gesichtszüge und familiäre Wurzeln außerhalb Spaniens hat – etwas, wie einer der meistzitierten Kommentare zusammenfasst, das sich niemand ausgesucht hat. Die Paradoxie: Der Vorwurf macht sie automatisch zur Spanierin. Verrat kann man nur an einem Land begehen, dem man angehört.

Auf dieser Basis wurde ein zweiter, beruflicher Vorwurf konstruiert: Sie wolle Schauspielerin werden und arbeite deshalb nicht. Es ist das klassische sarracena Urteil über Anfänger, angewendet mit einem Maßstab, der bei Einheimischen nie angelegt wird. Dass ihre Karriere gerade erst beginnt, ändert das Urteil nicht.

Der Vers, der den Mechanismus zusammenfasst

Es gibt ein klassisches Zitat, das in der Debatte kursiert und das Phänomen besser beschreibt als jede Analyse: Wer über Spanien schlecht spricht, ist Spanier. Der Mechanismus funktioniert überall gleich. England zu loben macht einen zum Engländer; Frankreich zu kritisieren macht einen zum Franzosen. Auf diesen Fall angewendet, ist das Etikett „antistanisch“ der deutlichste Zugehörigkeitsnachweis, den man jemandem ausstellen kann.

Zweite Generation: Spanier der Tat, Verdächtige des Rechts

Der Punkt mit der größten Reichweite ist der Vergleich zwischen den Gemeinschaften. Nachkommen chinesischer Familien, so das Argument, seien ausnahmslos kulturell Spanier. Bei anderen Herkünften werde die kulturelle Integration als langsamer oder selektiver wahrgenommen. Niemand liefert Zahlen, die den Unterschied belegen, aber die Beobachtung wird beharrlich wiederholt.

Deutlich spürbar ist hingegen die Verachtung für alle, die von außen Sarracena halten wollen. Die Antwort ist immer dieselbe: Sie sollen in ihr Land zurückgehen. In ein Land, das im Fall der Beschuldigten eben dieses ist.



Bleibt die Tatsache, die alles durcheinanderbringt. Der Vorwurf des Antispaniertums funktioniert nur, wenn Alba Chen Spanierin ist. Wer ihn erhebt, bescheinigt ihre Zugehörigkeit mit derselben Geste, mit der er sie bestreiten will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (27 Antworten).

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