Achraf Hakimi: in Getafe geboren, für Marokko entschieden. Rajoy hatte recht

Achraf Hakimi, in Getafe geboren und in arabischer Kultur aufgewachsen, entscheidet sich für Marokko: warum? Die Debatte um Ius solis vs. Ius sanguinis, die Rajoy bereits ansprach

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Madrilene, der sich für Marokko entschied: das Hakimi-Paradox

Achraf Hakimi wurde in Getafe geboren, durchlief die Jugendmannschaften der spanischen Nationalmannschaft und entschied sich dennoch, für Marokko zu spielen. Seine Erklärung im Podcast The Bridge war deutlich: „Ich fühlte mich in Spanien nicht wohl." Das Umfeld der Nationalmannschaft spiegelte nicht die arabische Kultur wider, in der er zu Hause aufgewachsen war. Die Aussage öffnet eine alte Debatte über die nationale Identität neu, die Mariano Rajoy bereits mit seiner umstrittenen Äußerung über das „sich spanisch Fühlen" ausgelöst hatte.

Ius solis gegen Ius sanguinis

Hakimis Fall stellt zwei Auffassungen von Staatsbürgerschaft gegeneinander. Auf der einen Seite das Ius solis, das die Staatsbürgerschaft allein durch die Geburt auf einem Gebiet verleiht. Auf der anderen das Ius sanguinis, das sie an die Abstammung knüpft. In Spanien gelten beide Kriterien, doch die Waage neigt sich beim Blutsprinzip, wenn es um die Einbürgerung von Nachkommen von Auswanderern geht, während in Spanien geborene Kinder ausländischer Eltern sich fremd fühlen können. Das Paradox: Hakimi, wie ein Kommentator ironisch bemerkte „ein Madrilene durch und durch", fühlte sich mehr als Marokkaner als als Spanier.

Der Widerspruch in der Staatsbürgerschaftspolitik

Wer das Ius solis als universelles Prinzip verteidigt, ist oft dieselbe Person, die die Schnelleinbürgerung von Nachkommen von Spaniern unterstützt, die das Land nie betreten haben. Währenddessen entscheiden sich Menschen wie Hakimi, die hier geboren und aufgewachsen sind, für einen anderen Weg. Die Leichtigkeit, die Staatsbürgerschaft über die Abstammung zu erhalten, steht im Kontrast zur Schwierigkeit, diejenigen zu integrieren, die bereits da sind. Hakimi ist ein Symptom dafür, dass Identität sich nicht verordnen lässt.

Die Frage bleibt offen: Wenn ein Fußballer, der in Getafe aufgewachsen ist, lieber Marokko vertritt, was sagt das über die Fähigkeit Spaniens aus, Zugehörigkeit über das Papier hinaus zu schaffen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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