63 °C in Valencia, Spanien: echte Temperatur oder gefühlte Hitze?

Der Streit um 63 °C in Valencia, Spanien, entzweit Befürworter der offiziellen Messung im Schatten und Fordering nach Thermometern in der Sonne. Daten, Wissenschaft und…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

63 °C in Valencia: echte Temperatur oder eine Erfindung der gefühlten Hitze?

Eine knappe Behauptung: Die 63 °C, die Las Provincias veröffentlichte, sind die tatsächliche Temperatur, die auf dem Asphalt Valencias erreicht wird, kein Gefühl. Die offizielle Methode, die Messung im Schatten in 1,5 Metern Höhe, unterschätze die Hitze, die die Menschen auf der Straße aushalten. Die Meteorologen halten jedoch dagegen, dass dies nicht die korrekte Art ist, die Lufttemperatur zu messen, und dass eine Messung in der Sonne absurde Werte liefern würde.

Die wissenschaftliche Methode gegen die Wahrnehmung der Bürger

Die offizielle Temperaturmessung erfolgt mit Präzisionsthermometern in belüfteten Messhütten, im Schatten und in einer vorgeschriebenen Höhe von 1,5 Metern. Ziel ist es, die Lufttemperatur zu messen, nicht die direkte Sonnenstrahlung auf einer Oberfläche. Wie ein Ingenieur, der an der Debatte teilnimmt, erklärt, kann die Strahlungstemperatur auf ein und demselben Hektar je nach Material (Sand, Asphalt, Rasen) um bis zu 40 °C variieren. Zudem sinkt die Temperatur sofort, wenn eine Wolke vorbeizieht: kein verlässlicher Indikator.

Wer die Zahl von 63 °C verteidigt, argumentiert, dass dies die Temperatur ist, die ein Fußgänger in der Sonne tatsächlich spürt, und dass die offizielle Messung die reale Gefahr nicht widerspiegelt. Die Debatte enthält extreme Beispiele: Im Death Valley (Kalifornien) wurden 1918 im Schatten 57,6 °C gemessen, 2020 waren es 54,4 °C. Valencia hat mit seinem feuchten Klima offiziell nie mehr als 46 °C erreicht. Die 63 °C sind nach Ansicht der Skeptiker ein sensationeller Köder.

Der Streit um die "gefühlte Temperatur"

Der Artikel von Las Provincias trug die Schlagzeile 63 °C, wurde aber korrigiert bzw. als gefühlte Temperatur relativiert. Eine Meinungströmung vertritt jedoch die Auffassung, dass die gefühlte Temperatur tatsächlich die reale Temperatur ist, die auf den Körper wirkt, und dass die offiziellen Daten für den Alltag irrelevant sind. Man vergleicht das mit der Messung der Körpertemperatur eines Menschen statt der Lufttemperatur: Wer wissen will, ob es auf der Straße heiß ist, soll auf der Straße messen, nicht in einer Hütte.

Die Verfechter der Standardmethode halten dem entgegen, dass die Strahlungstemperatur launisch ist und sich ein Thermometer in der Sonne von selbst erhitzt, sodass Werte entstehen, die der Umgebung nicht entsprechen. Zudem verformen sich Infrastrukturen wie Gleise nicht durch die Luftwärme, sondern durch die Strahlung auf die Materialien – ein anderes Problem.

Folgen für die Klimadebatte

Die Diskussion geht über die Meteorologie hinaus. Dahinter steht ein Misstrauen gegenüber offiziellen Institutionen (AEMET, Medien) und Kritik daran, wie über Extremereignisse berichtet wird. Für manche sind die 63 °C der Beweis, dass die Ernsthaftigkeit der Erwärmung verschleiert wird; für andere sind es eine Falschmeldung, die ohne wissenschaftliche Grundlage Angst verbreitet.

Die kuriose Zahl: Wie ein Nutzer anmerkt, gart ein Fisch bei 65 °C mit Kerntemperaturfühler. In Valencia könnte man also theoretisch Wolfsbarsch in der Sonne auf der Fensterbank zubereiten. Eine Ironie, die zeigt, wie unwirklich die Zahl erscheint.

Wohin geht die Reise?

Der Streit wird nicht mit technischen Argumenten entschieden, denn es ist ein Konflikt zwischen zwei Arten, die Realität zu sehen: die des wissenschaftlichen Standards (Luft im Schatten) und die der direkten Erfahrung (was sich beim Berühren heiß anfühlt). Mit jeder Hitzewelle flammt die Debatte wieder auf. Und solange es keinen Konsens darüber gibt, was gemessen und wie darüber berichtet werden soll, werden Schlagzeilen wie die von Las Provincias weiter Misstrauen nähren. Absehbar ist, dass die nächsten Hitzewellen neue Werte der gefühlten Temperatur bringen werden, die mit den offiziellen Aufzeichnungen kollidieren, und dass das Misstrauen gegenüber öffentlichen Daten weiter wachsen wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (88 Antworten).

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