31. Oktober: Ausschreitungen und mehrere Brandflaschen gegen die Polizei in Frankreich

Der dritte Tag der „convergence de la colère“ brachte laut Innenministerium 320.000 Demonstranten auf die Straße, am 31. Oktober 2026 gab es 296 Festnahmen und am Ende der Märsche Ausschreitungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der dritte Tag der „convergence de la colère“ versammelte laut Innenministerium rund 320.000 Demonstranten in Frankreich und endete mit Ausschreitungen in Paris, Marseille, Lyon und Rennes sowie 296 Festnahmen. Die Beteiligung liegt unter den beiden vorherigen Terminen, während die Organisatoren den Druck aufrechterhalten und für den 5. November einen Generalstreik ausgerufen haben.

Der dritte Termin der „convergence de la colère“ brachte weniger Menschen auf die Straße als die beiden vorherigen und mehr Spannung am Ende des Demonstrationszugs. Am **31. Oktober 2026** zählte das Innenministerium rund **320.000 Demonstranten** in ganz Frankreich; die Jugendgewerkschaften sprachen von fast einer halben Million. Die Zahlen liegen unter den beiden vorherigen Tagen: Das Innenministerium hatte am 17. Oktober **550.000** und am 24. Oktober **410.000** gezählt. Die Reihe zeichnet einen Verschleiß, auch wenn die Bewegung weiterhin Zehntausende gleichzeitig in mehreren Städten auf die Straße bringen kann.

Ursprung der Sache ist ein Gymnasium in **Créteil**, wo Mitte September die Initiative der Sekundarschüler entstand. Dazu kam die Empörung über die Lebenshaltungskosten und den raschen Anstieg der Treibstoffpreise, das klassische Steckenpferd der Gelbwesten. Diese Mischung aus Schülern, Gewerkschaften und Gelbwesten gibt der Konvergenz ihren Namen.

## Paris: von der Porte de Bagnolet zum Kräftemessen in Charenton

In der Hauptstadt marschierten laut Polizeipräfektur **70.000** Menschen, gegenüber **110.000** am vorherigen Samstag. Der gewerkschaftsübergreifende Demonstrationszug startete gegen 15:00 Uhr an der Porte de Bagnolet, begleitet von **Jean-Luc Mélenchon** und mehreren Abgeordneten von La France Insoumise, und verlief bis zur Porte de Charenton ohne Zwischenfälle. Das Problem kam am Ende: Gegen 17:00 Uhr löste eine Polizeikette, die die Ausgänge blockierte, eine Panik aus, in der Nähe der Charenton-Brücke wurden Wurfgeschosse geschleudert und die Polizei rückte mit Tränengas vor. Auch eine nicht angemeldete Versammlung von **200** Personen in der Rue de la Roquette wurde aufgelöst.

Die Route der CGT von Nation nach Bastille war am Freitagnachmittag vom Verwaltungsgericht genehmigt worden, doch am Samstag verbot sie der **Conseil d'État** (Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht) gegen 7 Uhr morgens. Die Route Concorde-Bastille der Gelbwesten blieb von der Präfektur untersagt. Das heißt: Die Strecke wurde Stunden vor dem Marsch vor Gericht entschieden, und diese Unsicherheit prägte den Tag.

## Marseille, Lyon und Rennes: Geschosse, Brandflaschen und Mülltonnen

In Marseille entfernte sich ein nicht angemeldeter Zug von **10.000** Menschen laut Präfektur von den Reformierten. Gegen 16:00 Uhr wurden auf dem Boulevard Chave Geschosse geworfen, die Bereitschaftspolizei rückte vor und schoss Tränengas, danach zogen die Demonstranten Richtung La Plaine. In Lyon marschierten fast **20.000** Menschen außerhalb des Zentrums, und am Ende des Tages eskalierten die Spannungen nahe Jean Macé und La Guillotière; ein Mann, der Komponenten zum Bau einer improvisierten Sprengvorrichtung transportierte, wurde festgenommen.

In Rennes zählte die Präfektur **13.500** Demonstranten, die Organisatoren **25.000**. Die Auseinandersetzungen konzentrierten sich auf die Avenue Janvier, wo Mülltonnen in Brand gesetzt wurden und **26** Festnahmen erfolgten. In Toulouse wurden sitzende Demonstranten mit Wasserwerfern vertrieben. Auch in Tours gab es Spannungen. Die Gesamtbilanz des Tages: **296** Festnahmen.

## Die Regierung mobilisiert 70.000 Kräfte, die Jugend hält den Druck auf

Innenminister **Laurent Núñez** mobilisierte **70.000** Polizisten und Gendarmen und kündigte eine harte und republikanische Antwort auf die Krawalle an. Er hält das Risiko städtischer Gewalt in der Halloween-Nacht für sehr hoch, weshalb Versammlungen ab 20:00 Uhr verboten wurden. Rund um die Place de la République und Les Halles galt eine Ausgangssperre von **23:00 bis 6:00 Uhr**.

Die Jugendorganisationen halten das Kräftemessen für nicht entschieden. **Sabrina Kharbach** von der Studierendenunion forderte die Blockade von Universitäten und Gymnasien ab Dienstag. **Manon Moret** von der UNEF hält dagegen, dass die Regierung auf die Forderungen der Jugend noch nicht konkret geantwortet hat, trotz der Ankündigung des Endes von Parcoursup (Frankreichs zentrale Hochschulzulassungsplattform) im Jahr 2028. In Lille beschrieb **Marine Tondelier**, Generalsekretärin der Grünen, den Tag als das letzte Aufwärmen vor dem Generalstreik am **5. November**.

Die Koordination der Gelbwesten fordert die Aufhebung der Ausgangssperren, eine Amnestie für die festgenommenen Demonstranten und eine Untersuchung der Polizeigewalt. Der Kalender bleibt eng: Am Dienstag, dem **3. November**, gibt es einen Aktionstag an Gymnasien und Universitäten, am Donnerstag, dem **5. November**, einen branchenübergreifenden Streik, der von CFDT, CGT, FO, Unsa und FSU ausgerufen wurde, und am Samstag, dem **7. November**, einen Act IV. Jede Deutung der Teilnehmerzahlen sollte mit Vorsicht erfolgen: Polizeiquellen und Organisatoren weichen systematisch voneinander ab, und die Ermittlungen zu den Zwischenfällen laufen noch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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