13.500 € Subventionen für Scheinbeschäftigung von Menschen mit Behinderung

13.500 € Fördermittel, 440 € Gehälter und 86 % Arbeitslosigkeit bei Asperger-Autisten: Die Realität der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Behinderung und Arbeit: Die Quote, die nur drei Monate hält

Ein Stellenangebot auf LinkedIn suchte einen IT-Entwickler. Unbedingte Voraussetzung: eine Behinderungsgrad-Bescheinigung von mindestens 33 %. Es handelte sich nicht um eine Maßnahme zur Inklusion, sondern um das fehlende Puzzleteil, damit das Unternehmen seine Steuerlast senken konnte. Das Profil war real: Die Anzeige kursierte vor einiger Zeit, und die Person, die sie beschrieb, endete mit einer unbequemen Frage: Wie viele qualifizierte Kandidaten wurden ausgeschlossen?

Der spanische Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung folgt zwei parallelen Wegen. Der erste ist der offizielle: Quotenregelungen, Bonifikationen und eine Integrationsrhetorik. Der zweite ist der reale: Drei-Monats-Verträge, Löhne unter 1.000 Euro und eine strukturelle Abhängigkeit von den Subventionen, die Unternehmen erhalten. Die Anreize sind nicht gering. Die Ersparnis für das Unternehmen kann jährlich 9.000 Euro an Gewerbesteuer (IAE) und weitere 4.500 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen betragen. Summa summarum: 13.500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr.

Die Jobmesse für Menschen mit Behinderung: Reinigung, Lagerarbeit und sonst nichts

Wer eine spezifische Jobmesse für diese Gruppe besuchte, fand ein deprimierendes Schaufenster vor: Reinigungskräfte, Lagerarbeiter und Stellen in Industriegebieten, die mehr als eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt waren. Homeoffice, der große Rettungsanker des letzten Jahrzehnts, fehlte gänzlich. Und wenn die Arbeit in einem besonderen Beschäftigungszentrum stattfindet, wird ein Teil des Gehalts als „Ausbildung“ abgezogen. Inklusion besteht in der Praxis darin, Menschen mit Behinderung auf die niedrigste Stufe zu setzen.

Es gibt Ausnahmen, natürlich. Will Smith mit ADHS, Elon Musk im Autismus-Spektrum, Greta Thunberg mit fetalem Alkoholsyndrom. Öffentliche Persönlichkeiten, die beweisen, dass Talent keine Diagnosen kennt. Aber die Erzählung von der Ausnahme bestätigt die Regel: Die überwiegende Mehrheit mit Studium oder Kursen verdient weniger als 1.500 Euro im Monat.

Asperger: Die Gruppe mit der höchsten Arbeitslosigkeit (und am wenigsten erklärt)

Das Asperger-Syndrom weist die höchste Arbeitslosenquote aller Behinderungsarten auf. Studien, die in der Analyse zitiert werden, zeigen, dass in den USA, einem Land mit technisch vernachlässigbarer Arbeitslosigkeit, 86 % der Hochschulabsolventen mit Asperger arbeitslos sind. Der Grund ist nicht die Fähigkeit: Es sind die Auswahlverfahren. Personalgespräche bewerten den ersten Eindruck, nonverbale Kommunikation und soziale Fähigkeiten. Ein Kandidat mit Asperger kann mehr über Programmierung wissen als der Interviewer, fällt aber in Minute drei durch, weil er keinen Blickkontakt hält.

Der Mythos vom Privileg: Der Krieg zwischen den schwächsten Gruppen

Angesichts dieser Realität behauptet eine Strömung, dass Behinderung ein „Geschenk“ sei. Angebote für Hausmeister oder Verwaltungsassistenten, die eine Bescheinigung über 33 % verlangen, schüren Ressentiments. Manche Unternehmen nutzen die Bescheinigung als Filter, nicht aus Inklusionsgründen, sondern um Fördermittel zu kassieren. Menschen mit geistiger Behinderung haben zudem einen eigenen Weg zu Beamtenstellen, was ihre geringere Arbeitslosenquote im Vergleich zu anderen Behinderungen erklärt. Das Ergebnis ist ein Streit zwischen Prekären: Diejenigen mit der Bescheinigung werden beschuldigt, den Respekt vor den Lernenden zu vermissen lassen, während diejenigen, die sie brauchen, sehen, wie das System sie als Tauschware nutzt.

Das letzte Glied: Die Rente, die zum Leben nicht reicht

Auch das Sicherheitsnetz ist prekär. Die nicht beitragsgestützte Grundrente liegt bei rund 440 Euro monatlich und erfordert einen Mindestbehinderungsgrad von 65 %. Wenn der Partner mehr als 800 Euro monatlich verdient, wird sie gestrichen. Wenn man selbstständig wird und 500 Euro Einkommen erzielt, auch. Und der Beitrag für Selbstständige in Spanien liegt bei etwa 300 Euro, ein fast unüberwindliches Hindernis für jeden, der eine eigene Existenz gründen will.

Die Schlussfolgerung ist unbequem. Das System der Behindertenförderung in Spanien hat aufgehört, ein Mechanismus der Integration zu sein, und ist zu einem Teilsystem subventionierter Beschäftigung geworden, in dem die Notwendigkeit des Arbeitnehmers und die Schlauheit des Arbeitgebers auf niedriger Ebene zusammentreffen. Und die Daten zur Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe verbessern sich nicht mit den Jahren: Die Krise von 2008 zuerst und die Verschärfung der Überprüfungen seit 2011 danach haben den Geldhahn für die Zuschüsse gedrosselt, ohne eine echte Alternative anzubieten. Das Ergebnis ist ein Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt, in dem diejenigen, die Stabilität am dringendsten benötigen, als Erste draußen bleiben. Oder drinnen sind, aber mit einem Vertrag, der nur so lange hält, wie die Subvention.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (628 Antworten).

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