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Spanische Immobilienbranche: Der Boom ist zu Ende, die Pleiten beginnen - Unternehmen - Wirtschaft - FAZ.NET

Spanische Immobilienbranche

Der Boom ist zu Ende, die Pleiten beginnen

Der spanische Immobilienboom - hier ein Baugebiet auf Mallorca - ist vorbei.
15. Juli 2008 In Spanien zeichnet sich einer der größten Firmenpleiten in der Geschichte des Landes ab. Die Immobiliengesellschaft Martinsa Fadesa teilte am Montagabend mit, sie werde Konkurs beantragen. Der Insolvenzverwalter werde mit dem Verkauf von Vermögenswerten beginnen. Der Konzern ist mit rund 5,4 Milliarden Euro verschuldet.

Der Bankrott sei unausweichlich geworden, weil Martinsa es nicht geschafft habe, einen Kredit im Volumen von 150 Millionen Euro zu beschaffen, erklärte das Unternehmen. Dies wäre aber erforderlich gewesen, um sich eine schon vereinbarte Refinanzierung über vier Milliarden Euro zu sichern.

Ende des Immobilienbooms bringt Unternehmen in Bedrängnis

Martinsa-Aktien waren am Montag vom Handel an der Börse ausgesetzt worden, nachdem die Papiere 25 Prozent auf 7,30 Euro eingebrochen waren. Damit wurde der Konzern nur noch mit 680 Millionen Euro bewertet. Schon am Freitag hatten die Aktien 34 Prozent nachgegeben. Martinsa war mit dem Ende des jahrelangen Immobilienbooms in Spanien in Bedrängnis geraten. Zahlreiche andere Immobilienkonzerne des Landes haben ähnliche Probleme.

Einige Experten hatten zuletzt noch auf eine „sanfte Landung“ für die Branche gehofft. Die jüngsten Zahlen sprechen gegen diese Version: Im ersten Quartal 2008 nahm der Baubeginn von Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 60 Prozent ab, das Volumen der neu ausgereichten Immobilienkredite sank um 40 Prozent. Gleichzeitig schränken die Spanier auch ihren privaten Konsum immer mehr ein. Damit wird es allmählich eng für die gesamte Wirtschaft.
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